Ein Raum ganz aus Gold

Die Cappella di San Zenone (Kapelle des heiligen Zeno) in der Basilika Santa Prassede zählt zu den außergewöhnlichsten und zugleich unbekanntesten Orten Roms: ein kleiner Raum aus dem 9. Jahrhundert, vollständig mit goldenen Mosaiken überzogen, vom Boden bis zum Gewölbe. Der Eintritt ist ein überwältigendes Erlebnis: Wohin Sie auch blicken, leuchten Darstellungen Christi, der Madonna, von Heiligen und Engeln auf goldenem Grund – ein Spiel aus Licht und Spiritualität, das schon die Gläubigen des Mittelalters den Atem raubte. Nicht von ungefähr erhielt sie den Beinamen „Garten des Paradieses".

Sie gilt als eines der schönsten Ensembles byzantinischer Mosaiken des Abendlandes.

Die Geschichte: ein Geschenk für die Mutter

Die Kapelle ließ Papst Paschalis I. um das Jahr 820 als Mausoleum für seine Mutter Teodora errichten, deren Bildnis unter den Mosaiken erscheint – mit einem „quadratischen" Heiligenschein (square halo), dem Zeichen dafür, dass sie zur Zeit der Ausführung noch lebte. Es ist ein seltenes Beispiel einer so intimen, persönlichen päpstlichen Stiftung und ein Zeugnis der Verbindung zwischen Rom und der großen byzantinischen Kunsttradition Konstantinopels.

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Die Details, auf die Sie achten sollten

Heben Sie in der kleinen Kapelle den Blick und betrachten Sie:

  • Das Gewölbe mit dem segnenden Christus, getragen von vier Engeln.
  • Die Heiligenfiguren (darunter St. Praxedes, St. Pudentiana und Teodora) an den Wänden.
  • Den quadratischen Heiligenschein (square halo) der Teodora, Zeichen dafür, dass sie noch am Leben war.
  • Die Farben und das Goldlicht, das sich mit der Beleuchtung verändert.

Für den besten Eindruck lohnt es sich, die Kapelle über das eigens vorhandene Münzsystem zu beleuchten: Die goldenen Mosaiken erwachen zum Leben.

Ein „verborgenes" Meisterwerk

Die Cappella di San Zenone ist eine der großen geheimen Kostbarkeiten Roms: nur wenige Schritte von der gut besuchten Santa Maria Maggiore entfernt und dennoch den meisten nahezu unbekannt. Für Liebhaber byzantinischer und mittelalterlicher Kunst ist sie ein unverzichtbarer Halt, der – auf wenigen Quadratmetern – ein seltenes Erlebnis schenkt. Für den praktischen Besuch siehe den Leitfaden zu Santa Prassede.

Häufige Fragen

Was ist die Cappella di San Zenone? Eine kleine Kapelle aus dem 9. Jahrhundert in der Basilika Santa Prassede in Rom, vollständig mit goldenen byzantinischen Mosaiken überzogen und mit dem Beinamen „Garten des Paradieses".

Wer ließ sie errichten? Papst Paschalis I. um das Jahr 820 als Mausoleum für seine Mutter Teodora, deren Bildnis unter den Mosaiken mit einem quadratischen Heiligenschein erscheint (Zeichen dafür, dass sie noch lebte).

Warum heißt sie „Garten des Paradieses"? Wegen des Glanzes der goldenen Mosaiken, die jede Oberfläche bedecken und eine himmlische, überwältigende Atmosphäre schaffen, die schon im Mittelalter mit dem Paradies verglichen wurde.

Wie sieht man sie am besten? Indem man die Kapelle über das eigens vorhandene Münzsystem beleuchtet: Die goldenen Mosaiken erstrahlen und geben alle Details preis. Am besten besucht man sie am Vormittag.

Wo befindet sie sich? In der Basilika Santa Prassede, nur wenige Schritte von Santa Maria Maggiore entfernt, in Rom. Der Eintritt in die Basilika ist kostenlos.

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Artikel #426 · Kategorie: Monumente · Aktualisiert: Mai 2026