Ein Titel, der bereits eine Idee ist

„Die Maschinen und die Götter" (Le Macchine e gli Dei) ist nicht nur der Titel einer Ausstellung: Es ist die geniale Idee, aus der die Centrale Montemartini entstand – das Museum, in dem die Statuen des antiken Rom mit den Industriemotoren des frühen 20. Jahrhunderts zusammenleben. Eine fast zufällig entstandene Gegenüberstellung, die zu einem der gelungensten und meistkopierten Museumskonzepte der Welt wurde.

Wie die Idee entstand (1997)

Ende der 1990er Jahre standen den Capitoline Museums umfangreiche Umbauarbeiten bevor. Um die Sammlungen nicht für das Publikum schließen zu müssen, suchte man nach einem provisorischen Raum: Die Wahl fiel auf das ehemalige Wärmekraftwerk Giovanni Montemartini, längst stillgelegt, an der Via Ostiense. Im Jahr 1997 wurden Hunderte antiker Skulpturen zwischen Dieselmotoren und Kesseln aufgestellt – in einer Ausstellung mit dem Titel Die Maschinen und die Götter.

Es sollte eine vorübergehende Lösung sein. Doch der Kontrast zwischen den klassischen Marmorwerken und den stählernen Giganten erwies sich als so kraftvoll und faszinierend, dass die Inszenierung dauerhaft wurde: Die Centrale Montemartini ist heute ein fester Standort der Capitoline Museums.

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Warum es so gut funktioniert

Der Reiz der Gegenüberstellung liegt im Dialog zwischen zwei Epochen und zwei „Religionen":

  • Die Götter der Antike – Gottheiten, Kaiser und Helden, in Marmor gemeißelt – Sinnbild einer Zivilisation, die Schönheit und Mythos verehrte.
  • Die Maschinen des Industriezeitalters – Motoren, Kessel, Turbinen – Sinnbild des modernen Kults von Fortschritt und Energie.

Einander gegenübergestellt, werten sich Statuen und Maschinen gegenseitig auf: Das Weiß des Marmors hebt sich vom Schwarz des Stahls ab, klassische Eleganz tritt in Dialog mit mechanischer Kraft. Ein visueller Kurzschluss, der darüber nachdenken lässt, was der Mensch im Laufe der Jahrhunderte „verehrt" hat.

Ein weltweit nachgeahmtes Modell

Der Erfolg des Konzepts machte Schule: Die Idee, antike Kunst in Räumen der Industriearchäologie auszustellen, wurde von Museen und Inszenierungen weltweit aufgegriffen. Die Centrale Montemartini bleibt jedoch das ursprüngliche und gelungenste Beispiel – eine Fallstudie dafür, wie die Umnutzung eines Industriegebäudes ein einzigartiges kulturelles Erlebnis schaffen kann.

Ein anderes Rom-Erlebnis

Die Centrale Montemartini zu besuchen bedeutet, Rom aus einem unerwarteten Blickwinkel zu sehen: nicht nur die klassische Antike der Foren und der Museen im Zentrum, sondern auch das industrielle Rom des 20. Jahrhunderts, das von Touristen oft übersehen wird. Es ist die perfekte Station für alle, die ein originelles, fotogenes Erlebnis abseits der Menschenmassen suchen.

Häufige Fragen

Was bedeutet „Die Maschinen und die Götter"? Es ist der Titel der Ausstellung von 1997, aus der die Centrale Montemartini entstand: Dort werden die antiken Statuen („die Götter") zwischen den Motoren und Kesseln des ehemaligen Kraftwerks („die Maschinen") ausgestellt.

Wann entstand die Centrale Montemartini? Die Inszenierung entstand 1997 als temporäre Ausstellung, während der Arbeiten an den Capitoline Museums. Ihr Erfolg machte sie dauerhaft.

Warum werden die Statuen zwischen den Maschinen ausgestellt? Aus einer aus der Not geborenen Lösung (ein provisorischer Raum während der Arbeiten an den Capitoline Museums), die sich als Geniestreich erwies: Der Kontrast zwischen Marmor und Maschinen ist zum Markenzeichen des Museums geworden.

Ist die Centrale Montemartini ein dauerhaftes Museum? Ja: 1997 als temporäre Inszenierung entstanden, ist sie zu einem festen und dauerhaften Standort der Capitoline Museums geworden.

Was macht die Centrale Montemartini einzigartig? Der Dialog zwischen klassischer Archäologie und Industriearchäologie: Statuen von römischen Göttern und Kaisern, ausgestellt zwischen Dieselmotoren und Kesseln, in einem einzigartigen und höchst fotogenen Kontrast.

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Artikel #321 · Kategorie: Monumente · Aktualisiert: Mai 2026