Ein Berg aus römischen Scherben
Der Monte dei Cocci (oder Monte Testaccio, der "Hügel aus Scherben") ist einer der erstaunlichsten und zugleich unbekanntesten Orte Roms: ein künstlicher Hügel von rund 35 Metern Höhe und mit fast einem Kilometer Umfang, vollständig aus Fragmenten römischer Amphoren gebildet (den testae, von denen sich der Name des Viertels ableitet). Es handelt sich nicht um eine natürliche Erhebung, sondern um eine Mülldeponie des antiken Rom: eine über Jahrhunderte gewachsene, geordnete Anhäufung von Millionen Amphoren.
Es ist ein weltweit einzigartiges Monument, das vom außergewöhnlichen Ausmaß des Handels im Römischen Reich erzählt.
Die Geschichte: die "Mülldeponie" des antiken Rom
In der Antike lag neben dem Monte dei Cocci der große Flusshafen Roms (der Emporium), wo über den Tiber Waren aus dem gesamten Reich eintrafen, vor allem Olivenöl aus Spanien und Afrika. Das Öl reiste in großen Amphoren, die, einmal geleert, nicht wiederverwendet werden konnten (das ranzige Öl durchdrang die Wände). Sie wurden daher zerschlagen und geordnet aufgeschichtet, mit Kalk bestreut, und bildeten so im Lauf der Jahrhunderte (vom I. bis zum III. Jahrhundert n. Chr.) diesen regelrechten Berg aus Scherben. Man schätzt, dass er die Überreste von mehreren zehn Millionen Amphoren enthält.
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Wie man ihn besucht
Den Monte dei Cocci kann man frei von außen bewundern, indem man rund um seine Basis spaziert, wo man unter anderem noch die Amphorenfragmente sieht, die aus dem Boden hervortreten. Der Aufstieg zum Gipfel und Besichtigungen im Inneren sind in der Regel nur zu besonderen Anlässen oder im Rahmen organisierter Führungen gestattet (aus Gründen des Schutzes und der Sicherheit): Wenn Sie hinaufsteigen möchten, informieren Sie sich über die aktuellen Angebote. Doch schon von außen ist es eine faszinierende Erfahrung zu begreifen, was dieser Hügel eigentlich ist.
Der Hügel am Abend: das Nachtleben
Kurioses Detail: An der Basis des Monte dei Cocci, in den in den Hügel gegrabenen Grotten (einst als Keller wegen der natürlichen Kühle genutzt), haben sich Lokale, Restaurants und Clubs angesiedelt. Am Abend wird die Gegend zu einem der Zentren des römischen Nachtlebens. So ist die antike kaiserliche "Mülldeponie" heute ein Ort der Geselligkeit: ein typisch römischer Kontrast zwischen jahrtausendealter Geschichte und Alltagsleben.
Häufige Fragen
Was ist der Monte dei Cocci? Ein künstlicher Hügel von rund 35 Metern Höhe in Testaccio, vollständig aus Fragmenten römischer Amphoren gebildet: faktisch die geordnete "Mülldeponie" des antiken Rom, weltweit einzigartig.
Warum ist er entstanden? Daneben lag der Flusshafen Roms, wo das Öl in Amphoren eintraf. Die leeren, nicht wiederverwendbaren Amphoren wurden über Jahrhunderte zerschlagen und geordnet aufgeschichtet und bildeten so den Hügel.
Wie viele Amphoren enthält er? Man schätzt die Überreste von mehreren zehn Millionen Amphoren, angehäuft zwischen dem I. und dem III. Jahrhundert n. Chr.: ein außergewöhnliches Zeugnis des Handels im Reich.
Kann man auf den Monte dei Cocci hinaufsteigen? Von außen ist er frei einsehbar; der Aufstieg zum Gipfel ist in der Regel nur im Rahmen von Führungen oder zu besonderen Anlässen gestattet, aus Gründen des Denkmalschutzes. Informieren Sie sich über die aktuellen Angebote.
Was gibt es heute an der Basis des Hügels? Lokale, Restaurants und Clubs, die in den Grotten des Hügels eingerichtet sind: Am Abend ist er eines der Zentren des römischen Nachtlebens.
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Artikel #461 · Kategorie: Stadtviertel · Aktualisiert: Mai 2026