Ein Palast, eine Königin, eine Galerie
Hinter der Galleria Corsini in Trastevere verbirgt sich ein Palast mit einer außergewöhnlichen Geschichte: der Palazzo Corsini, verknüpft mit einer der faszinierendsten Gestalten des europäischen 17. Jahrhunderts, Königin Christina von Schweden. Gebildet, unkonventionell und eine Förderin der Künste, dankte Christina ab, konvertierte zum Katholizismus und wählte Rom zu ihrem Wohnsitz. Sie lebte in eben diesem Palast (damals Palazzo Riario), wo sie einen berühmten Hof von Intellektuellen unterhielt und schließlich starb. Ihre Lebensgeschichte verleiht dem Ort einen einzigartigen Reiz.
Königin Christina von Schweden
Christina von Schweden (1626-1689), Tochter von König Gustavus Adolphus, war eine außergewöhnliche und unkonventionelle Königin: eine Liebhaberin der Philosophie, der Wissenschaften und der Künste, die Denker wie Descartes an ihren Hof berief. 1654 dankte sie ab, konvertierte zum Katholizismus und wurde in Rom triumphal empfangen, wo sie den Rest ihres Lebens verbrachte. In Rom wirkte sie als Mäzenin, Sammlerin und kulturelle Antriebskraft und gründete eine Akademie, aus der die Arcadia hervorging.
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Christina und der Palast
Christina lebte in dem Palast (damals Palazzo Riario) an der Via della Lungara und machte ihn zu einem Zentrum der Kultur: Sie sammelte hier Bücher, Kunstwerke und Antiquitäten und empfing Künstler, Wissenschaftler und Gelehrte. Hier starb die Königin 1689. Ihre Sammlung und ihr geistiges Erbe hinterließen einen tiefen Eindruck im Rom jener Zeit. Jahrhunderte später wurde der Palast von der Familie Corsini erworben und erweitert und so zum heutigen Palazzo Corsini.
Vom Palazzo Riario zum Palazzo Corsini
Im 18. Jahrhundert erwarb die Familie Corsini — verbunden mit Papst Clement XII — den Palast und ließ ihn vom Architekten Ferdinando Fuga erweitern und umbauen, was ihm sein heutiges monumentales Erscheinungsbild verlieh. Sie brachte hier ihre eigene Kunstsammlung unter, den Kern der heutigen Galleria Corsini. Der Garten des Palasts wurde später zum Botanical Garden Roms.
Was heute erhalten ist
Beim Besuch der Galleria Corsini durchschreitet man die Räume des Palasts, die mit dieser Geschichte verbunden sind: die Säle, die Treppe, die Atmosphäre der großen Residenz. Es ist faszinierend, sich vorzustellen, dass in diesen Mauern eine Königin lebte, die für Kultur und Freiheit auf einen Thron verzichtete. Für die einzelnen Werke siehe was es in der Galleria Corsini zu sehen gibt.
Häufige Fragen
Wer war Christina von Schweden? Eine gebildete und unkonventionelle Königin von Schweden (1626-1689), die nach ihrer Abdankung 1654 und ihrer Konversion zum Katholizismus als Mäzenin und Sammlerin in Rom lebte und das kulturelle Leben der Stadt belebte.
Welche Verbindung hat sie zum Palazzo Corsini? Christina lebte und starb in dem Palast (damals Palazzo Riario) an der Via della Lungara und machte ihn zu einem Zentrum der Kultur. Später erwarben und erweiterten die Corsini ihn.
Warum heißt der Palast Corsini? Weil er im 18. Jahrhundert von der Familie Corsini (verbunden mit Papst Clement XII) erworben wurde, die ihn von Ferdinando Fuga umbauen ließ und hier ihre eigene Kunstsammlung unterbrachte.
Was hat es mit dem Botanical Garden auf sich? Der Garten des Palazzo Corsini wurde später zum Botanical Garden Roms, der heute in Trastevere besichtigt werden kann.
Kann man die Räume des Palasts besichtigen? Ja: Beim Besuch der Galleria Corsini durchschreitet man die Säle und die Treppe des Palasts und erlebt die Atmosphäre der großen adligen Residenz.
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Artikel #612 · Kategorie: Museen · Aktualisiert: Mai 2026