Die redseligste Statue Roms
Neben dem Palazzo Braschi, an der Piazza di Pasquino (nur wenige Schritte von der Piazza Navona entfernt), steht eine alte, verstümmelte und vom Zahn der Zeit gezeichnete Statue: Es ist Pasquino, die berühmteste der "sprechenden Statuen" (statue parlanti) Roms. Seit über fünfhundert Jahren heften die Römer an ihrem Fuß Zettel mit Satiren, Kritik und Spottversen gegen die Mächtigen an: die berühmten "pasquinate" (anonyme Spottschriften). Ein dem Anschein nach bescheidenes Denkmal, doch mit einer außergewöhnlichen Geschichte volkstümlicher Meinungsfreiheit.
Was die Statue wirklich ist
Pasquino ist in Wahrheit ein Fragment einer hellenistischen Skulpturengruppe aus römischer Zeit, stark beschädigt und vermutlich Menelaus mit dem Leichnam des Patroclus darstellend. Im 16. Jahrhundert wiederentdeckt, wurde die Statue an der Ecke des Palazzo aufgestellt, wo sie noch heute steht. Lassen Sie sich von ihrem verwitterten Äußeren nicht täuschen: Es handelt sich um ein antikes Werk von großem Wert, das zum Sinnbild der Stimme des Volkes geworden ist.
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Die "pasquinate" und die volkstümliche Satire
Ab dem 16. Jahrhundert begannen die Bürger, kurze anonyme Texte an die Statue zu heften — oft in Versform und im römischen Dialekt —, um Päpste, Herrscher und Ungerechtigkeiten zu kritisieren, ohne sich selbst zu exponieren. Diese Satiren erhielten den Namen "pasquinate", und Pasquino wurde zur anonymen, beißenden Stimme des einfachen Roms. Noch heute findet man hin und wieder Zettel und Botschaften an ihrem Fuß: Die Tradition ist nie ausgestorben.
Die übrigen sprechenden Statuen
Pasquino steht an der Spitze einer kleinen "Bruderschaft" der sprechenden Statuen Roms, die untereinander satirische Spottverse austauschten. Zu ihnen zählen:
- Marforio (heute in den Musei Capitolini), der Pasquino oft "antwortete".
- Madama Lucrezia (in der Nähe der Piazza Venezia).
- Der Abate Luigi, der Babuino (nach dem die Via del Babuino benannt ist) und der Facchino.
Gemeinsam bildeten sie eine regelrechte "Satirezeitung" unter freiem Himmel.
So finden Sie sie
Pasquino steht an der Piazza di Pasquino, an der Ecke des Palazzo Braschi, nur wenige Schritte von der Piazza Navona entfernt. Die Besichtigung ist frei und kostenlos, im Freien und zu jeder Zeit möglich: ein kurzer, aber reizvoller Halt, der sich perfekt mit dem Museo di Roma (Museum of Rome) und einem Spaziergang durch das Zentrum verbinden lässt.
Häufige Fragen
Was ist Pasquino? Eine antike, verwitterte Statue neben dem Palazzo Braschi, bekannt als die wichtigste "sprechende Statue" Roms: Seit fünf Jahrhunderten heften die Römer an ihr Satiren und Kritik an, die "pasquinate".
Was sind die pasquinate? Kurze, anonyme Spotttexte, oft in Versform und im römischen Dialekt, die an die Statue geheftet werden, um Päpste und Mächtige zu kritisieren, ohne sich selbst zu exponieren: eine volkstümliche Form der Meinungsfreiheit.
Was stellt die Statue dar? Ein Fragment einer hellenistischen Skulpturengruppe aus römischer Zeit, stark beschädigt, das vermutlich Menelaus mit dem Leichnam des Patroclus zeigt.
Welche anderen sprechenden Statuen gibt es? Marforio, Madama Lucrezia, den Abate Luigi, den Babuino und den Facchino: Gemeinsam mit Pasquino bildeten sie eine "Satirezeitung" des einfachen Roms.
Wo befindet sich Pasquino und was kostet der Besuch? An der Piazza di Pasquino, an der Ecke des Palazzo Braschi, ganz in der Nähe der Piazza Navona. Sie steht im Freien, und die Besichtigung ist frei und kostenlos.
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Artikel #471 · Kategorie: Monumente · Aktualisiert: Mai 2026