Vom Pferdestall der Päpste zum Tempel der Kunst
Kaum jemand ahnt, dass einer der bedeutendsten Ausstellungsorte Italiens als Pferdestall begann. Die Scuderie del Quirinale (die ehemaligen päpstlichen Stallungen, heute ein Ausstellungshaus) wurden zu Beginn des 18. Jahrhunderts errichtet, um die Pferde und Kutschen des nahen Papstpalasts auf dem Quirinal unterzubringen. Nach Jahrhunderten der Geschichte und unterschiedlichster Nutzungen wurden sie Ende des 20. Jahrhunderts in einen edlen Schauplatz für große Ausstellungen verwandelt: ein perfektes Beispiel dafür, wie Rom seinen historischen Gebäuden neues Leben zu schenken vermag.
Der Bau im 18. Jahrhundert
Das Gebäude entstand zu Beginn des 18. Jahrhunderts, in der Zeit der Päpste Innocent XIII und Clement XII, unter Mitwirkung bedeutender Architekten der Epoche, darunter Alessandro Specchi und Ferdinando Fuga. Die Lage an der Piazza del Quirinale war strategisch: Die Stallungen dienten der zunächst sommerlichen, später ständigen Residenz der Päpste auf dem Hügel. Ihre feierliche Architektur fügte sich in das große städtebauliche Konzept des Platzes ein.
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Von den Päpsten über die Könige zur Republik
Wie der benachbarte Palast folgten auch die Stallungen den Wechselfällen der italienischen Geschichte: zuerst päpstlich, dann nach der Einigung im Dienst der House of Savoy, schließlich Teil des Erbes des republikanischen Staates. Lange Zeit hatte das Gebäude verschiedene Nutzungen, bis das große Sanierungsprojekt einen Kulturraum daraus machte.
Die Restaurierung und der Wandel
Ende des 20. Jahrhunderts wurde das Gebäude restauriert und umgebaut und 1999 als Ausstellungshaus eröffnet. Der Eingriff bewahrte die historische Struktur und fügte zeitgenössische Elemente hinzu, allen voran die berühmte gläserne Treppe mit Blick über Rom. Seitdem beherbergen die Scuderie einige der bedeutendsten Ausstellungen des Landes und sind zu einem festen Bezugspunkt für die Kunst geworden.
Ein Symbol der Umnutzung
Die Geschichte der Scuderie del Quirinale erzählt von einer der schönsten Eigenschaften Roms: der Fähigkeit, die eigenen Räume im Lauf der Zeit umzunutzen und Gebäuden neue Funktionen zu geben, ohne ihre Erinnerung auszulöschen. Vom Stall der päpstlichen Pferde zum Haus der großen Ausstellungen: eine Reise über drei Jahrhunderte.
Häufige Fragen
Was waren die Scuderie del Quirinale ursprünglich? Die Stallungen des Papstpalasts auf dem Quirinal, zu Beginn des 18. Jahrhunderts errichtet, um die Pferde und Kutschen der Päpste unterzubringen.
Wer hat sie erbaut? Sie entstanden in der Zeit der Päpste Innocent XIII und Clement XII, unter Mitwirkung von Architekten wie Alessandro Specchi und Ferdinando Fuga.
Wann wurden sie zu einem Ort für Ausstellungen? Ende des 20. Jahrhunderts, mit einer umfassenden Restaurierung: Das Ausstellungshaus wurde 1999 eröffnet.
Was wurde bei der Restaurierung hinzugefügt? Unter anderem die berühmte gläserne Panoramatreppe mit Blick über Rom, Sinnbild des Dialogs zwischen historischer und zeitgenössischer Architektur.
Warum ist ihre Geschichte interessant? Weil sie von der Fähigkeit Roms erzählt, die eigenen Gebäude umzunutzen: von päpstlichen und königlichen Stallungen zu einem der bedeutendsten Ausstellungshäuser Italiens.
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Artikel #548 · Kategorie: Museen · Aktualisiert: Mai 2026