Ein Renaissancegarten auf dem Pincio
Die Gärten der Villa Medici zählen zu den schönsten und am besten erhaltenen Beispielen eines italienischen Renaissancegartens im Rom des 16. Jahrhunderts. Im Cinquecento für den Kardinal Ferdinando de' Medici angelegt, verbinden sie Geometrie, antike Statuen, Brunnen und einen schattigen Wald – und das alles in Panoramalage auf dem Pincio. Hier erfahren Sie, was Sie sich bei Ihrem Besuch nicht entgehen lassen sollten.
Das Parterre im italienischen Stil
Das Herzstück des Gartens ist das Parterre, das aus sechzehn geometrischen Feldern (den „squadre") besteht, von Hecken eingefasst und mit Blumenbeeten, Zitrusbäumen in Kübeln und Wegen durchzogen. Es ist das klassische Bild des Renaissancegartens: geordnet und symmetrisch, geschaffen zum Flanieren und zur Kontemplation.
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Der Wald und die Statuen
Neben dem Parterre umfasst der Garten einen kühlen, schattigen Wald aus Steineichen und anderen Bäumen, durchzogen von Alleen. Zwischen dem Grün stößt man auf Statuen und Brunnen, und man gelangt zum Monte Parnaso (Mount Parnassus), der künstlichen Anhöhe des Gartens. Der berühmte Brunnen der Villa Medici vor der Fassade ist mit einer kuriosen Legende über Queen Christina of Sweden und einen von der Engelsburg (Castel Sant'Angelo) abgefeuerten Kanonenschuss verbunden.
Die Fassade zum Garten
Die Innenfassade, dem Garten zugewandt, ist eine der eindrucksvollsten Roms: Sie ist mit antiken Reliefs und Skulpturen geschmückt (von den Medici zusammengetragen), die in einem raffinierten Spiel klassischer Zitate in die Wand eingelassen sind. Sie unterscheidet sich stark von der schlichten, strengen Außenfassade.
Das Studiolo und die Gipsoteca
Im Inneren ragt unter den besuchbaren Räumen das Studiolo (kleines Arbeitszimmer) des Kardinals Ferdinando heraus, geschmückt mit Fresken (Vögel, Blumen, Grotesken). Die Gipsoteca (Gipsabguss-Sammlung / Gypsotheca) bewahrt hingegen eine kostbare Sammlung von Gipsabgüssen berühmter antiker Skulpturen, die den Künstlern der Académie zum Studium dienten.
Der Blick über Rom
Von der Terrasse und den Aussichtspunkten des Gartens genießt man einen herrlichen Blick über die Dächer Roms und die Kuppel von St Peter's: einer der schönsten Anblicke der Stadt, Schwester der nahen Terrasse des Pincio.
Häufig gestellte Fragen
Was sieht man in den Gärten der Villa Medici? Das Parterre im italienischen Stil mit den sechzehn Feldern, den Wald mit Statuen und Brunnen, die mit antiken Reliefs verzierte Fassade, das freskenverzierte Studiolo, die Gipsoteca und den Blick über Rom.
Was ist die Gipsoteca der Villa Medici? Eine Sammlung von Gipsabgüssen berühmter antiker Skulpturen, die den Künstlern der French Academy in Rome / Académie de France zum Studium dienten.
Was ist die Fassade zum Garten? Die Innenfassade der Villa, geschmückt mit antiken Reliefs und Skulpturen, die in die Wand eingelassen sind: eine der eindrucksvollsten Roms.
Kann man das Panorama über Rom sehen? Ja: Von der Terrasse und den Aussichtspunkten des Gartens überblickt man einen großen Teil der Stadt, samt der Kuppel von St Peter's.
Wie viel Zeit braucht man für die Gärten? Etwa ein bis anderthalb Stunden für die Gärten und die geöffneten Räume, zuzüglich einer eventuellen Ausstellung.
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Artikel #636 · Kategorie: Monumente · Aktualisiert: Mai 2026