Als ein römisches Grabmal zur Burg wurde

Eine der faszinierendsten Geschichten der Via Appia Antica ist die des Castrum Caetani: jene mittelalterliche Burg, die im 14. Jahrhundert das antike Grabmal der Caecilia Metella einschloss und es zu ihrem Turm umfunktionierte. Ein perfektes Beispiel dafür, wie sich in Rom die Epochen überlagern: ein römisches Grab aus dem 1. Jahrhundert v. Chr., das über tausend Jahre später zum Herzstück einer Festung wurde, die eine der wichtigsten Straßen Italiens beherrschte.

Die Familie Caetani

Die Caetani zählten zu den mächtigsten Familien des mittelalterlichen Rom und waren mit Papst Boniface VIII (Benedetto Caetani) verbunden. Um das Jahr 1300 errichteten sie hier eine befestigte Anlage und nutzten die massive Bauweise des Grabmals als Wachturm. Von der Burg aus ließ sich der Verkehr auf der Via Appia kontrollieren – und faktisch konnten Zölle von jedem erhoben werden, der Rom im Süden betrat oder verließ.

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"Capo di Bove": der Beiname des Viertels

Die Gegend rund um die Burg ist auch als "Capo di Bove" ("Ochsenkopf") bekannt – ein Beiname, der sich vom Fries aus Bukranien (Ochsenschädel-Motiven) ableitet, der den oberen Rand des römischen Grabmals schmückt. Ein alter volkstümlicher Name, der zeigt, wie tief dieses Monument in die Vorstellungswelt und die Toponymie Roms eingegangen ist.

Was es in der Anlage zu sehen gibt

  • Die zinnenbewehrten Mauern und die Räume der Caetani-Burg.
  • Der Turm aus dem Grabmal, das Herz der Festung, mit dem Fries aus Bukranien.
  • Die Überreste der gotischen Kirche San Nicola / St. Nikolaus, gleich neben der Burg.
  • Ein Ausstellungsrundgang mit Fundstücken und Materialien von der Via Appia Antica.

Ein Ort, an dem sich die Geschichte Roms lesen lässt

Das Castrum Caetani zu besuchen bedeutet, die Schichtung der römischen Geschichte mit Händen zu greifen: die Kaiserzeit des Grabmals, das Mittelalter der Burg und der Zölle und den romantischen Reiz der Via Appia, die zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert von Künstlern und Reisenden des Grand Tour "wiederentdeckt" wurde. Nur wenige Orte erzählen die jahrtausendealte Kontinuität Roms so eindrücklich.

Häufige Fragen

Was ist das Castrum Caetani? Die mittelalterliche Burg, die um das Jahr 1300 von der Familie Caetani an der Via Appia Antica errichtet wurde und das Grabmal der Caecilia Metella einschloss, um es als Turm zur Kontrolle der Straße zu nutzen.

Wer waren die Caetani? Eine mächtige Familie des mittelalterlichen Rom, verbunden mit Papst Boniface VIII, die hier die Festung errichtete, um den Verkehr auf der Via Appia zu kontrollieren und Zölle zu erheben.

Warum heißt es "Capo di Bove"? Nach dem Fries aus Bukranien (Ochsenschädel-Motiven), der den oberen Rand des römischen Grabmals schmückt: ein alter volkstümlicher Beiname der Gegend.

Was sieht man heute? Die zinnenbewehrten Mauern der Burg, den Turm aus dem Grabmal, die Überreste der gotischen Kirche San Nicola und einen Ausstellungsrundgang mit Fundstücken von der Via Appia.

Kann man es zusammen mit dem Grabmal besichtigen? Ja: Das Castrum Caetani gehört zum selben Areal wie das Grabmal der Caecilia Metella und wird mit einem einzigen Ticket besucht.

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Artikel #496 · Kategorie: Monumente · Aktualisiert: Mai 2026