Das beliebteste Spektakel Roms
Die Wagenrennen waren das populärste Spektakel des antiken Rom – noch beliebter als das Kolosseum. Sie fanden im Circus Maximus vor gewaltigen Menschenmengen statt – bis zu 150.000 Zuschauer oder mehr –, die die Ränge füllten, um rasend schnelle und gefährliche Rennen zu verfolgen. Es war eine kostenlose Veranstaltung, vom Kaiser gestiftet, die die Stadt wie kein anderes Ereignis zugleich vereinte und entzweite.
Wie ein Rennen ablief
Ein typisches Rennen (ludi circenses) verlief so:
- Bis zu zwölf Wagen starteten aus den carceres (den Startboxen).
- In der Regel wurden sieben Runden um die spina gefahren, die zentrale Trennbarriere.
- Die Runden wurden gezählt, indem sieben große bronzene „Eier" und sieben „Delfine" auf der spina herabgesenkt wurden.
- Die gefährlichsten Stellen waren die metae, die engen Kurven an den Enden, wo die Wagen umstürzten und zusammenstießen.
Die Gesamtstrecke konnte 4 Kilometer überschreiten, zurückgelegt mit höchster Geschwindigkeit inmitten von Staub, Geschrei und spektakulären Unfällen.
Die vier Fraktionen
Die Fans teilten sich in vier Fraktionen (factiones) auf, erkennbar an ihren Farben:
- Rote (Russata)
- Weiße (Albata)
- Grüne (Prasina)
- Blaue (Veneta)
Die Zugehörigkeit zu einer Fraktion war eine echte Identität: Wetten, Rivalitäten und sogar Zusammenstöße begleiteten die Rennen – ein Fankult, der dem heutigen Sport verblüffend nahekommt.
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Die Wagenlenker: die Stars der Antike
Die besten Wagenlenker (die Lenker der Gespanne) waren wahre Berühmtheiten, gefeiert wie die Champions des modernen Sports. Manche, wie der legendäre Gaius Appuleius Diocles, häuften gewaltige Reichtümer an und zählten – einigen Schätzungen zufolge – zu den bestbezahlten „Athleten" der Geschichte. Sie riskierten bei jedem Rennen ihr Leben, doch Ruhm und Reichtum waren immens.
Der Mythos Ben-Hur
Das Wagenrennen ging vor allem dank des Kinos ins kollektive Gedächtnis ein: Die berühmte Szene aus Ben-Hur machte die Spannung und Brutalität dieser Rennen unvergesslich. Auch wenn sie an einem Filmset gedreht wurde, fing sie den Geist dessen ein, was wirklich hier geschah, im Circus Maximus. Um in die echte Atmosphäre einzutauchen, lässt die Circo Massimo Experience in Augmented Reality die Rennen über den authentischen Überresten „wiederaufleben".
Häufige Fragen
Wie viele Runden wurden bei den Wagenrennen gefahren? In der Regel sieben Runden um die spina, gezählt durch das Herabsenken von sieben bronzenen „Eiern" und sieben „Delfinen". Die Gesamtstrecke konnte 4 Kilometer überschreiten.
Wie viele Wagen traten gemeinsam an? Bis zu zwölf Wagen, die gleichzeitig aus den carceres starteten, den Startboxen.
Was waren die Fraktionen des Circus Maximus? Die vier Fangruppen: Rote, Weiße, Grüne und Blaue. Die Zugehörigkeit zu einer Fraktion war eine echte Identität, mit Wetten und erbitterten Rivalitäten.
Wer waren die Wagenlenker? Es waren die Lenker der Gespanne, wahre Stars der Antike. Die besten, wie Gaius Appuleius Diocles, häuften gewaltige Reichtümer an und zählten zu den bestbezahlten „Athleten" der Geschichte.
Spielt die Ben-Hur-Szene im Circus Maximus? Der berühmte Film beschwört genau die römischen Wagenrennen herauf. Die Szene wurde an einem Set gedreht, fängt aber deren Geist ein; im Circus Maximus lässt sich mit Augmented Reality alles über den echten Überresten „wiedererleben".
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Artikel #291 · Kategorie: Monumente · Aktualisiert: Mai 2026