Der Architekt, der ein Märchenviertel erfand

Das Quartiere Coppedè (Coppedè-Viertel) trägt den Namen seines Schöpfers, Gino Coppedè (1866-1927), eines Florentiner Architekten und Bildhauers von visionärem Geschmack. Zwischen 1913 und 1927 entwarf er diesen außergewöhnlichen Gebäudekomplex rund um die Piazza Mincio und schuf damit eines der originellsten Architekturexperimente Italiens: einen ganzen Stadtwinkel, gedacht als märchenhafte Kulisse.

Coppedè begnügte sich nicht damit, Paläste zu bauen: Er erfand eine Welt und bevölkerte sie mit Türmchen, Bögen, Mascheroni (Maskaronen), Tieren, Symbolen und gelehrten Anspielungen. Er starb 1927, vor der Fertigstellung, doch das Viertel bleibt sein Meisterwerk und sein künstlerisches Vermächtnis.

Ein eklektischer und einzigartiger Stil

Coppedès Handschrift ist der Eklektizismus: In seinen Gebäuden treffen weit voneinander entfernte Stile aufeinander und verschmelzen miteinander —

  • Der Jugendstil (Art Nouveau) mit seinen floralen, dekorativen Linien.
  • Das Art Deco, geometrisch und modern.
  • Das Mittelalterliche und Gotische, mit Türmen, Biforien und Zinnen.
  • Das Barocke und Klassische, mit Säulen, Brunnen und Gottheiten.
  • Bezüge zur griechischen und römischen Antike und sogar zur assyrisch-babylonischen Kunst.

Das Ergebnis ist kein Sammelsurium, sondern eine persönliche, in sich stimmige Sprache, theatralisch und verträumt: ein "fantastischer Jugendstil", der nichts anderem in Rom gleicht.

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Die verborgenen Symbole

Coppedès Fassaden sind voller Symbole, die es zu entschlüsseln gilt und die den Spaziergang zu einer kleinen Schatzsuche machen:

  • Die Bienen und Spinnen, Sinnbilder für Fleiß und Schaffenskraft.
  • Die Mascheroni (Maskaronen), Gottheiten und mythologischen Gestalten.
  • Die Wappen und Bezüge zu italienischen Städten (Florenz, Venedig, Rom).
  • Lateinische Inschriften und Sinnsprüche.

Der Blick nach oben auf der Suche nach diesen Details ist die beste Art, Coppedès Genie zu würdigen.

Das Viertel im Film

Die schwebende, beunruhigende Atmosphäre des Viertels hat das Kino angezogen, allen voran das italienische Horror- und Thriller-Kino. Regisseure wie Dario Argento drehten hier Szenen berühmter Filme (darunter Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe und Inferno) und nutzten dabei die märchenhaften und etwas geheimnisvollen Bauten. Deshalb wird das Quartiere Coppedè auch von Cineasten geliebt.

Warum sich der Besuch lohnt

Das Quartiere Coppedè ist eine unverzichtbare Station für alle, die:

  • die Architektur, den Jugendstil und das Art Deco lieben.
  • nach ungewöhnlichen und fotogenen Ecken Roms abseits der Menge suchen.
  • vom Kino und märchenhaften Atmosphären begeistert sind.

In weniger als einer Stunde schenkt es ein einzigartiges Erlebnis, anders als jeder andere Ort der Stadt.

Häufige Fragen

Wer war Gino Coppedè? Ein Florentiner Architekt und Bildhauer (1866-1927), Schöpfer des Quartiere Coppedè in Rom, das er zwischen 1913 und 1927 in einem eklektischen, märchenhaften Stil entwarf. Er starb vor dessen Fertigstellung.

Welcher Stil ist das Quartiere Coppedè? Eklektisch: Es verbindet Jugendstil (Art Nouveau), Art Deco, Mittelalter, Gotik, Barock, Klassik und Anspielungen an die Antike zu einer persönlichen, theatralischen Sprache, die in Rom einzigartig ist.

Welche Symbole finden sich an den Gebäuden? Bienen und Spinnen (Fleiß), Mascheroni (Maskaronen), Gottheiten, Wappen italienischer Städte und lateinische Inschriften: Details, die man beim Blick nach oben entdeckt.

Ist das Quartiere Coppedè in Filmen aufgetaucht? Ja: Seine märchenhaften und beunruhigenden Atmosphären haben das Kino angezogen, vor allem italienische Thriller und Horrorfilme, mit Regisseuren wie Dario Argento.

Warum lohnt sich der Besuch? Wegen seiner einzigartigen Architektur, der fotogenen Blickwinkel, der märchenhaften Atmosphäre und der Ruhe: ein ungewöhnlicher Winkel Roms, fernab vom Trubel des Zentrums.

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Artikel #381 · Kategorie: Viertel · Aktualisiert: Mai 2026