Der märchenhafteste Winkel Roms

Das Quartiere Coppedè (Coppedè-Viertel) ist einer der überraschendsten und am wenigsten bekannten Orte Roms: eine kleine Gruppe extravaganter Gebäude, die wie einem Märchen entsprungen wirken, geschart um die Piazza Mincio im Viertel Trieste-Salario. Es ist kein echtes Stadtviertel, sondern ein einzigartiges architektonisches Ensemble, entworfen vom Architekten Gino Coppedè zwischen 1913 und 1927.

Hier treffen weit voneinander entfernte Stile aufeinander — Jugendstil, Art Deco, Mittelalter, Barock, antikes Griechenland und reine Fantasie — in einer eklektischen, theatralischen Mischung, die in der Stadt ihresgleichen sucht. Ein Spaziergang zwischen Türmchen, Bögen, Maskenköpfen, Brunnen und skurrilen Verzierungen gleicht dem Eintauchen in einen Traum: Genau deshalb ist das Viertel bei Fotografen so beliebt und oft im Kino zu sehen.

Geschichte und der Architekt

Das Ensemble trägt den Namen seines Schöpfers, Gino Coppedè, eines florentinischen Architekten mit eklektischem und visionärem Geschmack. Sein Werk, eine der letzten großen Ausdrucksformen des italienischen Jugendstils, ist zugleich Hommage an die Vergangenheit und reine Fantasie. Zwischen 1913 und 1927 verwirklicht, vereint das Viertel auf engstem Raum mittelalterliche Anklänge, barocke Theatralik und phantastische Erfindungen — jede Fassade erzählt eine eigene Geschichte und steckt voller Symbole und Anspielungen.

Das Schöne am Quartiere Coppedè ist, dass es aus öffentlichen Straßen und Plätzen besteht: Man besichtigt es kostenlos, zu jeder Uhrzeit, einfach beim Spazierengehen. Die Gebäude sind größtenteils privat (innen nicht zugänglich), doch es ist das äußere Gesamtbild — Fassaden, Dekore, Durchblicke —, das die Attraktion ausmacht. Eine Kamera und etwas Neugier genügen. Mehr zur Architektur im Guide Gino Coppedè und die Architektur des Viertels.

Was man sehen sollte

Das Quartiere Coppedè entdeckt man im Gehen und mit dem Blick nach oben: Jedes Gebäude birgt Details, Symbole und Anspielungen. Hier sind die Elemente, die Sie nicht verpassen sollten.

Der Eingangsbogen

Der spektakuläre Zugang ist der monumentale Torbogen, der von der Via Tagliamento aus die beiden Palazzi degli Ambasciatori verbindet und zur Piazza Mincio führt. Unter dem Bogen hängt ein großer Leuchter aus Schmiedeeisen, und ringsum drängen sich Verzierungen, Mascarons und Figuren. Es ist das „Tor" zur märchenhaften Welt von Coppedè: Heben Sie den Blick, bevor Sie eintreten.

Piazza Mincio und die Fontana delle Rane

Das Herz des Viertels ist die Piazza Mincio, in deren Mitte die berühmte Fontana delle Rane (Froschbrunnen) steht. In den 1920er-Jahren nach einem Entwurf von Gino Coppedè errichtet, ist sie ein eleganter und zugleich kurioser Brunnen, geschmückt mit zwölf Fröschen aus Stein und Bronze, aus deren Mäulern das Wasser sprudelt. Ihr Stil greift mit einem märchenhaften, ironischen Anklang die großen Barockbrunnen Roms auf und steht in vollkommener Harmonie mit den fantastischen Gebäuden ringsum.

Mit der Fontana delle Rane ist eine berühmte Anekdote verbunden: Man erzählt, dass die Beatles im Jahr 1965 nach einem Konzert im nahegelegenen Piper Club ein nächtliches Bad im Brunnen genommen haben sollen. Ob wahr oder städtische Legende, die Geschichte ist Teil der Vorstellungswelt des Viertels geworden und trägt zu seinem „poppigen" Reiz bei. Heute ist das Baden natürlich nicht erlaubt: Man beschränkt sich aufs Fotografieren. Sie ist einer der meistfotografierten Winkel des Viertels — der ideale Punkt, um das Villino delle Fate und die Paläste von Coppedè zu bewundern.

Das Villino delle Fate

An der Piazza Mincio gelegen, ist das Villino delle Fate (Feenhäuschen) das fantastischste Gebäude des Viertels: ein Triumph übereinandergeschichteter Stile — mittelalterliche Bögen, Biforien, Mosaike, Fresken und unterschiedliche Materialien (Marmor, Backstein, Travertin) —, der an ein Märchenschloss erinnert. Jede Fassade ist anders und steckt voller Bezüge zur Geschichte von Florenz, Venedig und Rom. Es ist das meistfotografierte Gebäude von Coppedè.

Der Palazzo del Ragno

Ein weiteres Wahrzeichen ist der Palazzo del Ragno (Spinnenpalast), so genannt nach der großen Mosaikspinne, die über dem Eingang prangt — Sinnbild des Fleißes. Seine wuchtigen Formen und die „mittelalterlich" anmutenden Verzierungen tragen zur entrückten und ein wenig geheimnisvollen Atmosphäre des Viertels bei.

Die Details, nach denen man suchen sollte

Halten Sie beim Spaziergang Ausschau nach:

  • dem Leuchter unter dem Eingangsbogen.
  • den Mascarons, Gottheiten und Tieren an den Fassaden.
  • den Bienen, Spinnen und anderen Symbolen des Fleißes.
  • den Muscheln und dekorativen Motiven der Fontana delle Rane.
  • den Anspielungen auf verschiedene Stile (Gotik, Jugendstil, Klassik) an ein und demselben Gebäude.

Biglietti e orari (Eintritt und Öffnungszeiten)

Das Quartiere Coppedè besteht aus öffentlichen Straßen und Plätzen: Der Besuch ist kostenlos und zu jeder Uhrzeit möglich. Es gibt weder Kassen noch Öffnungszeiten. Die Gebäude sind in Privatbesitz und innen nicht zu besichtigen — die Attraktion ist das äußere Gesamtbild.

AspektInfo
EintrittKostenlos
ÖffnungszeitenImmer zugänglich (öffentliche Straßen und Plätze)
InnenbesichtigungNicht möglich (Privatgebäude)
Besuchsdauer30–45 Minuten
Beste FotozeitenFrüher Morgen oder später Nachmittag

Auch die Fontana delle Rane liegt im Freien und ist kostenlos und immer zugänglich. Die besten Zeiten zum Fotografieren sind der frühe Morgen (wenig Andrang) oder der späte Nachmittag (warmes Licht). Da das Viertel ein ruhiges Wohngebiet ist, ist es selten so überlaufen wie die Brunnen im Zentrum — ein Vorteil für alle, die Aufnahmen ohne Menschenmenge suchen.

Come arrivare (Anreise)

Das Quartiere Coppedè erstreckt sich rund um die Piazza Mincio, im Bezirk Trieste-Salario, nordöstlich des Zentrums von Rom, nahe der Piazza Buenos Aires und dem Corso Trieste. Der spektakuläre Zugang ist der Torbogen an der Via Tagliamento. Es ist ein ruhiges Wohnviertel, etwas abseits der touristischen Routen, aber leicht zu erreichen.

Mit Bus und Straßenbahn

Am direktesten kommen Sie mit den oberirdischen Verkehrsmitteln ans Ziel:

  • Mehrere Buslinien bedienen den Corso Trieste und die Via Tagliamento, nur wenige Gehminuten von der Piazza Mincio entfernt.
  • Die Straßenbahnlinien 3 und 19 verkehren im Bereich Viale Regina Margherita / Piazza Buenos Aires, von wo aus Sie das Viertel zu Fuß erreichen.

Mit der Metro + zu Fuß

Die nächstgelegenen Metro-Stationen sind:

StationLinieGehzeit
BolognaLinie Bca. 15–18 Min.
PoliclinicoLinie Bca. 18–20 Min.

Von beiden empfiehlt es sich, mit einem Bus weiterzufahren oder einen Spaziergang anzuschließen.

Mit dem Auto und Parken

Das Viertel liegt außerhalb der ZTL der Altstadt, doch in dieser Wohngegend ist das Parken dennoch begrenzt. Mit einem Privatchauffeur (NCC) stellt sich das Problem gar nicht erst: Er setzt Sie direkt am Eingang ab und übernimmt Fahrten und Wartezeiten — besonders praktisch, wenn Sie den Besuch mit weiteren Stationen wie der Villa Torlonia verbinden möchten.

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Consigli pratici (Praktische Tipps)

Für die Besichtigung des Quartiere Coppedè genügen 30 bis 45 Minuten: Zeit, um die Piazza Mincio zu umrunden, den Torbogen, das Villino delle Fate und die Fontana delle Rane zu bewundern und ein paar Fotos zu machen.

Empfohlener Rundgang:

  1. der Torbogen als Eingang von der Via Tagliamento
  2. die Piazza Mincio und die Fontana delle Rane
  3. das Villino delle Fate
  4. der Palazzo del Ragno und die übrigen Paläste

Weitere Tipps:

  • Halten Sie beim Gehen den Blick nach oben gerichtet: Die schönsten Details verstecken sich an den oberen Fassaden.
  • Kommen Sie am frühen Morgen oder späten Nachmittag für das beste Licht und wenig Andrang.
  • Verbinden Sie den Besuch mit der nahen Villa Torlonia (mit der Casina delle Civette und dem Bunker) für einen halben Tag „abseits der Pfade".
  • Ergänzen Sie einen Spaziergang durch das elegante Viertel Trieste-Salario.
  • Das Zentrum ist mit einem kurzen Transfer erreichbar.

Ein Privatchauffeur macht die Route in diesem weniger touristischen Gebiet besonders reibungslos.

Häufige Fragen

Was ist das Quartiere Coppedè? Es ist ein kleines Ensemble märchenhafter Gebäude in Rom rund um die Piazza Mincio, entworfen vom Architekten Gino Coppedè zwischen 1913 und 1927, in einer eklektischen Stilmischung (Jugendstil, Mittelalter, Barock, Fantasie).

Kostet der Besuch Eintritt? Nein: Es besteht aus öffentlichen Straßen und Plätzen, die kostenlos und zu jeder Uhrzeit zugänglich sind. Die Gebäude sind privat und innen nicht zu besichtigen — die Attraktion ist das äußere Gesamtbild.

Was sollte man sehen? Den Torbogen mit dem Leuchter, die Piazza Mincio mit der Fontana delle Rane, das Villino delle Fate und den Palazzo del Ragno.

Wie erreicht man das Quartiere Coppedè? Mit den Buslinien entlang des Corso Trieste und der Via Tagliamento, mit der Straßenbahn (3/19) im Bereich der Piazza Buenos Aires oder mit einem kurzen Transfer per Auto bzw. Privatchauffeur. Die nächste Metro-Station ist Bologna (Linie B), 15 bis 18 Gehminuten entfernt.

Stimmt die Geschichte mit den Beatles im Brunnen? Man erzählt, dass die Beatles 1965 nach einem Konzert im nahegelegenen Piper Club ein nächtliches Bad in der Fontana delle Rane genommen haben. Ob wahr oder Legende, die Geschichte gehört zum Reiz des Viertels. Heute ist das Baden nicht erlaubt.

Wie viel Zeit braucht man? Etwa 30 bis 45 Minuten, um durch das Viertel zu gehen und es zu fotografieren. Es lässt sich gut mit der nahen Villa Torlonia verbinden.

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