Die Mauern, die Rom über Jahrhunderte schützten

Die Mura Aureliane (Aurelian Walls) sind das größte Verteidigungsbauwerk Roms und die am besten erhaltenen antiken Mauern der Welt: eine rund 19 Kilometer lange Befestigung, die noch heute die Stadt durchzieht – mit Toren, Türmen und langen, intakt gebliebenen Abschnitten. Errichtet auf Geheiß von Kaiser Aurelian im 3. Jahrhundert, erzählen sie von einem entscheidenden Moment: jenem, in dem Rom sich nach Jahrhunderten der Sicherheit erneut verteidigen musste.

Kaiser Aurelian und die Bedrohung durch die Barbaren

Jahrhundertelang war Rom so mächtig, dass es keine Mauern brauchte: Die letzte Befestigung waren die längst veralteten Servian Walls (mura serviane). Doch im 3. Jahrhundert, als die barbarischen Invasionen auf die Grenzen drängten, erwies sich die Stadt als verwundbar. Es war Kaiser Aurelian, der um 271 n. Chr. eine neue, imposante Stadtmauer zum Schutz der Hauptstadt errichten ließ. Vollendet wurden die Arbeiten unter seinem Nachfolger Probus.

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Wie die Mauern beschaffen waren

Die Befestigung war ein außergewöhnliches Ingenieurswerk: rund 19 km Mauern aus Ziegelstein, mehrere Meter hoch, mit Türmen in regelmäßigen Abständen (insgesamt Hunderte), monumentalen Toren und Wehrgängen für die Wachposten. Um Zeit zu sparen, bezog die Mauer an einigen Stellen bereits bestehende Bauwerke ein, etwa Abschnitte von Aquädukten und sogar die Piramide Cestia (Pyramid of Cestius). Über die Jahrhunderte wurde sie mehrfach erhöht und verstärkt, insbesondere unter Maxentius und später unter Honorius.

Die Tore und die Türme

Entlang des Verlaufs öffneten sich zahlreiche Tore, von denen jedes einer großen aus der Stadt führenden Straße entsprach. Das imposanteste ist die Porta San Sebastiano (St Sebastian Gate, einst Porta Appia), am Beginn der Via Appia und heute Sitz des Museo delle Mura. Die Tore waren durch Türme und Verschlusssysteme gesichert – wahre Festungen im Kleinen.

Die Mauern im Lauf der Jahrhunderte

Die Aurelianischen Mauern verteidigten Rom über anderthalb Jahrtausende hinweg bis in die Neuzeit und markierten lange die Grenze der Stadt. Noch heute prägen sie das Stadtbild und sind in vielen Vierteln zu sehen. Um sie aus der Nähe zu erleben und auf ihnen entlangzugehen, ist das Museo delle Mura an der Porta San Sebastiano die beste Anlaufstelle.

Häufige Fragen

Wer baute die Aurelianischen Mauern? Kaiser Aurelian um 271 n. Chr., um Rom vor den barbarischen Invasionen zu schützen; vollendet wurden sie unter seinem Nachfolger Probus.

Wie lang waren die Mauern? Rund 19 Kilometer, mit Hunderten von Türmen und zahlreichen monumentalen Toren: Es sind die am besten erhaltenen antiken Mauern der Welt.

Warum hatte Rom zuvor keine Mauern? Jahrhundertelang machte die Macht Roms Verteidigungsanlagen überflüssig; erst mit der Bedrohung durch die Barbaren im 3. Jahrhundert wurde eine neue, große Befestigung notwendig.

Welches ist das wichtigste Tor? Die Porta San Sebastiano (einst Porta Appia), das größte und am besten erhaltene Tor, am Beginn der Via Appia und heute Sitz des Museo delle Mura.

Kann man sie noch heute sehen? Ja: Lange Abschnitte der Mauern, Tore und Türme sind in der Stadt noch sichtbar; im Museo delle Mura kann man zudem auf einem Teilstück entlanggehen.

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Artikel #659 · Kategorie: Monumente · Aktualisiert: Mai 2026