Auf einen Blick
| Wo | Lungotevere Castello 50, Rom |
|---|---|
| Ursprünglicher Bau | 123–139 n. Chr. — Mausoleum des Hadrian |
| Auftraggeber | Kaiser Hadrian (76–138 n. Chr.) |
| Ursprüngliche Funktion | Kaisergrab |
| Höhe | 48,5 m (von der Basis zum Engel) |
| Heute | Museo Nazionale di Castel Sant'Angelo |
Das Mausoleum des Hadrian
Der Kaiser, der ein monumentales Grabmal wollte
Im Jahr 123 n. Chr. ließ Kaiser Publius Aelius Hadrian — der Herrscher, der das Pantheon und den Hadrianswall in Britannien baute — auf dem rechten Tiberufer ein Mausoleum für sich und seine Dynastie errichten. Die Wahl des Standorts war nicht zufällig: Das Gebiet war über den Pons Aelius, die Brücke, die Hadrian eigens errichten ließ und die heute Ponte Sant'Angelo heißt, mit dem Marsfeld (dem Zentrum der kaiserlichen Zeremonien) verbunden.
Hadrian starb 138 n. Chr., noch vor Fertigstellung des Werks. Sein Nachfolger Antoninus Pius vollendete das Mausoleum 139 n. Chr. und ließ die Asche des Kaisers dorthin überführen.
Die ursprüngliche Struktur
Das ursprüngliche Mausoleum unterschied sich architektonisch stark vom heutigen Castel Sant'Angelo. Die Struktur bestand aus:
- Quadratischer Sockel: ein Podium von etwa 89 m Seitenlänge aus mit Marmor verkleideten Travertinblöcken
- Zylindrischer Tambur: Durchmesser etwa 64 m, mit weißem Travertin verkleidet
- Erdhügel: bepflanzt mit Zypressen und anderen Gewächsen
- Statua auf dem Gipfel: wahrscheinlich Hadrian in einer Quadriga oder eine große Bronzestatue
Der ursprüngliche Eingang war zum Fluss hin ausgerichtet. Die Grabkammer, erreichbar über einen langen spiralförmigen Gang (heute noch begehbar), befand sich im Zentrum der Anlage.
Das Grab von sieben Kaisern
Das Mausoleum diente fast ein Jahrhundert lang als kaiserliche Grabstätte. Die aufbewahrten Urnen enthielten die Asche von:
- Hadrian (138 n. Chr.) und seiner Gattin Sabina
- Antoninus Pius (161 n. Chr.) und seiner Gattin Faustina
- Lucius Verus (169 n. Chr.), Mitkaiser mit Mark Aurel
- Mark Aurel (180 n. Chr.) und Familienmitgliedern
- Commodus (192 n. Chr.)
- Septimius Severus (211 n. Chr.) und seiner Familie
- Caracalla (217 n. Chr.)
Der letzte hier beigesetzte Kaiser war vermutlich Caracalla, nach dessen Tod das Mausoleum seine Grabfunktion verlor.
Vom Grab zur Festung: die Spätantike
Die Eingliederung in die Aurelianische Mauer
Zwischen 271 und 275 n. Chr. ließ Kaiser Aurelian die große Verteidigungsmauer Roms bauen (noch heute sichtbar). Das Mausoleum des Hadrian — aufgrund seiner strategischen Lage am Tiberufer — wurde als nordwestlicher Bollwerk in das Verteidigungssystem integriert. Ab diesem Moment hörte es auf, ein Grab zu sein, und wurde zu einem Militärbauwerk.
Die Plünderung von 410 n. Chr.
Als die Westgoten unter Alarich Rom im Jahr 410 n. Chr. plünderten, verletzten sie auch das Mausoleum und zerstreuten die kaiserlichen Ascheurnen. Es war ein symbolisch vernichtender Frevelakt: das Ende des kaiserlichen Roms, eingeschrieben in die Zerstörung der Gräber seiner Kaiser.
Der Name: Die Vision Gregors des Großen
Der Name „Castel Sant'Angelo" geht auf ein legendäres Ereignis des Jahres 590 n. Chr. zurück. Eine schreckliche Seuche dezimierte Rom, als Papst Gregor der Große eine Bußprozession durch die Straßen der Stadt anführte. Als er den Pons Aelius überquerte, hatte der Papst eine Vision: Der Erzengel Michael steckte auf dem Gipfel des Mausoleums sein Schwert in die Scheide, als Zeichen des Endes der Pest.
Zum Gedenken an diese Vision wurde auf dem Gipfel eine Engelstatue aufgestellt und das Bauwerk Castel Sant'Angelo genannt. Die heutige Statue — aus Bronze, vom flämischen Künstler Peter Anton von Verschaffelt — stammt aus dem Jahr 1752 und wurde von Clemens XIII. in Auftrag gegeben.
Das Mittelalter: Päpste und Festung
Vom Mausoleum zur päpstlichen Zuflucht
Im Mittelalter wurde Castel Sant'Angelo zunehmend päpstliches Eigentum. Schon im 9. Jahrhundert hatte Papst Leo IV. es in sein Verteidigungsperimeter einbezogen. Aber erst während der Machtkämpfe des 10.–11. Jahrhunderts übernahm die Festung eine entscheidende Rolle als Notfluchtort für gefährdete Päpste.
Der Passetto di Borgo
Im Jahr 1277 ließ Papst Nikolaus III. den Passetto di Borgo errichten: einen etwa 800 m langen Hochgang, der den Vatikan direkt mit der Festung verband. Der Passetto ermöglichte es dem Papst, Castel Sant'Angelo zu erreichen, ohne auf die Straße zu gehen, sicher vor Feinden.
Die dramatischste Nutzung des Passetto erfolgte 1527: beim Sacco di Roma durch die Truppen Karls V. floh Papst Clemens VII. durch den Korridor, während kaiserliche Soldaten den Vatikan plünderten. Der Papst blieb monatelang in der Festung verschanzt.
Das Renaissance-Schloss
Zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert verwandelten die Päpste Castel Sant'Angelo in eine fürstliche Residenz. Hinzugefügt wurden:
- Mit Fresken geschmückte päpstliche Gemächer (Sala Paolina, Sala di Apollo)
- Loggien mit Blick auf den Tiber
- Gefängnisse, die in die antiken Strukturen eingegraben wurden
- Ein Verteidigungssystem mit sternförmigen Bastionen
Unter den berühmten Gefangenen: der Philosoph Giordano Bruno (inhaftiert 1593–1600, später verbrannt), der Bildhauer Benvenuto Cellini (1539 auf abenteuerliche Weise entflohen) und Galileo Galilei (1633 kurz verhört).
Vom Schloss zum Museum
Im Jahr 1901 wurde Castel Sant'Angelo der Öffentlichkeit als Museum zugänglich gemacht. 1925 wurde das Museo Nazionale di Castel Sant'Angelo offiziell gegründet, das heute Rüstungen, Waffen, Renaissance-Einrichtungen, Gemälde und die päpstlichen Gemächer bewahrt.
Das Gebäude, das fast zweitausend Jahre römischer Geschichte durchlaufen hat, ist heute eines der meistbesuchten Museen Italiens.
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Häufig gestellte Fragen
Wer baute Castel Sant'Angelo? Es wurde als Mausoleum von Kaiser Hadrian in den Jahren 123–139 n. Chr. erbaut.
Warum heißt es Castel Sant'Angelo? Wegen der Vision Gregors des Großen 590 n. Chr.: Der Erzengel Michael soll auf dem Gipfel erschienen sein, um das Ende einer Seuche zu signalisieren.
War es immer eine Festung? Nein. Zunächst war es ein Kaisergrab (1.–3. Jh.), dann ein Verteidigungsbollwerk (ab dem 3. Jh.), dann eine päpstliche Festung und Residenz (Mittelalter und Renaissance).
Wie viele Kaiser wurden hier beigesetzt? Mindestens sieben, von Hadrian bis Caracalla (138–217 n. Chr.).
Artikel Nr. 101 — TIER S — MON-06 Castel Sant'Angelo Typ: HISTORISCH Wörter: ~1.000