Auf einen Blick

Antiker NamePons Aelius
Ursprünglicher Bau134 n. Chr., Hadrian
Längeetwa 130 m
Berninis Engel10 (ausgeführt 1667–1671)
Bernini-Originale2, in Sant'Andrea delle Fratte
Zugangnur für Fußgänger (keine Fahrzeuge)

Der Pons Aelius: Brücke zum Mausoleum

Als Hadrian beschloss, sein Mausoleum am rechten Tiberufer zu errichten — dort, wo heute die Engelsburg steht — benötigte er eine direkte Verbindung zum Marsfeld und zum Herz der Stadt. Der Pons Aelius wurde 134 n. Chr. fertiggestellt und zusammen mit dem Mausoleum im Jahr 139 eingeweiht, wenige Monate nach dem Tod des Kaisers.

Die Brücke war nach den Maßstäben ihrer Zeit ein gewaltiges Bauwerk: Drei zentrale Travertinbögen haben nahezu unversehrt überlebt und tragen noch heute das Gewicht der Fußgänger, die den Tiber überqueren. Das leicht gebuckelte Profil war ebenso funktional wie malerisch: Es schuf eine visuelle Achse hin zur zylindrischen Masse des Mausoleums.

An den beiden Enden standen vier Säulen, die von vergoldeten Fackeln und Ehrenstatuen der Kaiser aus dem Antoninischen Haus bekrönt wurden. Von diesen römischen Dekorationselementen ist nichts erhalten; was den Ponte Sant'Angelo heute zu einem Freilichtmuseum macht, ist der barocke Umbau, der vierzehn Jahrhunderte später in Auftrag gegeben wurde.

Die Jubilä umskatastrophe von 1450

Am 19. Dezember 1450, während des von Nikolaus V. ausgerufenen Jubeljahres, überquerte eine Menschenmenge den Pons Aelius auf dem Rückweg von St. Peter. In der Mitte der Brücke brach eine der Brüstungen; Panik breitete sich sofort aus. Im folgenden Gedränge — verschlimmert durch die Unmöglichkeit umzukehren — wurden etwa 172–200 Menschen zu Tode getrampelt oder stürzten in den Tiber.

Die Tragödie erschütterte die öffentliche Meinung zutiefst und veranlasste den Papst, mehrere Häuser an den Brückenenden abzureißen, die den Fußgängerfluss behindertet hatten. Nikolaus V. ließ dann zwei äußere Bögen auf jeder Seite der Brücke hinzufügen — jene, die heute die römischen Bögen flankieren — und verbreiterte damit die Fahrbahn.

Doch erst zwei Jahrhunderte später erhielt die Brücke ihr endgültiges Aussehen.

Bernini und die Engel der Passion (1667–1671)

Im Jahr 1667 beauftragte Papst Clemens IX. Gian Lorenzo Bernini damit, die Brückenbrüstungen in eine monumentale Prozession zu verwandeln. Das Projekt war theologisch präzise: zehn Engel, fünf auf jeder Seite, jeder mit einem der Leidenswerkzeuge Christi — den physischen Symbolen des Leidens und der Erlösung.

Bernini, damals fast siebzig Jahre alt, entwarf persönlich alle zehn Modelle. Die Ausführung wurde seiner Werkstatt übertragen:

EngelInstrumentBildhauer
DornenkroneGeflochtene KroneBernini (Original in Sant'Andrea delle Fratte)
Titulus Crucis (INRI)Schriftrolle mit InschriftBernini (Original in Sant'Andrea delle Fratte)
GeißelsäuleGeißelsäuleErcole Ferrata
GeißelStricke und RutenLazzaro Morelli
Gewand und WürfelMantel/LoswerfenPaolo Naldini
Schweißtuch der VeronikaSchleier mit AbdruckCosimo Fancelli
KreuzLateinisches KreuzGirolamo Lucenti
NägelDrei NägelGirolamo Lucenti
Schwamm und RohrRohr mit getränktem SchwammAntonio Raggi
LanzeLanze, die die Seite durchbohrteDomenico Guidi

Berninis zwei Originale

Bernini meißelte persönlich zwei der Engel: denjenigen mit der Dornenkrone und denjenigen mit dem Titulus Crucis (der Schriftrolle mit der INRI-Inschrift). Als Clemens IX. sie fertiggestellt sah, war er von ihrer Qualität so bewegt, dass er beschloss, sie nicht der Witterung auszusetzen: Er ließ sie in seinen Privatpalast bringen, als Kunstwerke zur Betrachtung, nicht als architektonische Elemente.

Nach dem Tod des Papstes (1669) wurden die beiden Skulpturen der Basilika Sant'Andrea delle Fratte geschenkt, wenige Schritte von der Piazza di Spagna entfernt, wo sie sich noch heute befinden. Auf der Brücke wurden die von der Werkstatt angefertigten Kopien aufgestellt.

Die in Sant'Andrea delle Fratte bewahrten Originale gelten als einige der eindringlichsten Werke des späten Bernini: die wirbelnde Bewegung der Gewänder, der sich windende Körper, das schmerzerfüllte, nach oben gewandte Gesicht — alles drückt eine emotionale Spannung aus, die die Kopien auf der Brücke nicht ganz erreichen können.

Die Brücke als ikonografische Reise

Die Überquerung des Ponte Sant'Angelo ist nicht nur ein schlichter Wechsel von einem Ufer zum anderen: Es ist das Begehen einer horizontalen Via Crucis. Wer sich dem Schloss von der Piazza Pia nähert, überschreitet idealerweise eine Schwelle der Kontemplation. Die Engel mit ihren Leidenswerkzeugen geleiten den Besucher zu dem Schloss, das jahrhundertelang zugleich Festung, Gefängnis und päpstlicher Palast war.

Bernini nutzte die Besonderheit der Brücke — schmal, in der Reihe begangen — um einen Prozessionseffekt zu erzeugen, mit Skulpturen, die sich abwechselnd zu beiden Seiten wie Zelebranten einer stillen Zeremonie aufreihen. Das Ergebnis ist eines der ersten Beispiele für barocken urbanen Raum in Bewegung: eine visuelle und spirituelle Erfahrung, die heute noch dem Eingang in das Museum vorausgeht.

Praktischer Besuch

Die Brücke ist nur für Fußgänger zugänglich (seit 1887 für den Fahrzeugverkehr gesperrt). Es gibt keine Öffnungszeiten und keine Eintrittskarten: Sie ist jederzeit zugänglich.

Der beste Zeitpunkt, um die Engel zu fotografieren, ist früh morgens oder am späten Nachmittag, wenn das Streiflicht die Bildhauervolumen hervorhebt und tiefe Schatten auf die Gewänder wirft. Bei Sonnenuntergang komponieren die orangefarbene Reflexion auf dem Tiber und die dunkle Silhouette des Schlosses im Hintergrund eines der bekanntesten Panoramen Roms.

Besuch mit Privatfahrer

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Häufig gestellte Fragen

Wie viele Engel gibt es auf der Brücke? Zehn, fünf auf jeder Seite, plus Statuen der Heiligen Petrus und Paulus an den Enden.

Wo befinden sich Berninis Originale? In der Basilika Sant'Andrea delle Fratte, nahe der Piazza di Spagna. Auf der Brücke befinden sich Kopien.

Ist die Brücke nachts geöffnet? Ja, sie hat keine Schließzeiten und ist abends beleuchtet.

Artikel Nr. 107 — TIER S — MON-06 Castel Sant'Angelo Typ: HISTORISCH Wörter: ~1.000

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