Ein Platz, der auf einer Arena entstand

Die Piazza Navona hat die längliche, ovale Form, die sie sofort von jedem anderen italienischen Platz unterscheidet. Das ist kein Zufall: Der Untergrund ist das Stadion des Domitian, eine Wettkampfarena, die der Kaiser im Jahr 86 n. Chr. erbaute und 30.000 Zuschauer fassen konnte. Die römischen Tribünen sind noch unter dem Bodenniveau des Platzes sichtbar, und ein Teil davon ist besichtigbar.

Der Name „Navona" leitet sich wahrscheinlich von einer Verballhornung von „in agone" ab, dem griechischen Begriff für Wettkämpfe (agón).

Das Barockherz Roms

Im 17. Jahrhundert wurde die Piazza Navona zur wichtigsten Bühne des römischen Barockgeschmacks. Papst Innozenz X. (aus der Familie Pamphilj) verwandelte den Platz in die Baustelle eines der berühmtesten Kunstaufträge der Zeit: Im Jahr 1651 wurde der Vierströmebrunnen von Gian Lorenzo Bernini in der Mitte des Platzes eingeweiht. Auf den Seiten befinden sich der Mohrenbrunnen (im Süden) und der Neptunbrunnen (im Norden), beide aus dem 16. Jahrhundert und später verändert.

An den Platz grenzt die Kirche Sant'Agnese in Agone (Francesco Borromini, 1652–1672), die direkte stilistische Rivalin von Berninis Werk.

Der Vierströmebrunnen

Der Brunnen ist das berühmteste Werk des Platzes und eines der Meisterwerke des römischen Barocks. Ein künstlicher Travertinfelsen erhebt sich aus einem achteckigen Becken; auf ihm ruhen vier gigantische allegorische Figuren, die die Flüsse Nil (Afrika), Ganges (Asien), Donau (Europa) und Río de la Plata (Amerika) darstellen.

In der Mitte erhebt sich ein ägyptischer Obelisk — im 16. Jahrhundert nach Rom zurückgebracht — gekrönt von einer Taube mit Olivenzweig, dem Symbol der Familie Pamphilj. Eine Volkslegende besagt, eine der Brunnenfiguren schütze ihre Augen vor Borrominins Fassade von Sant'Agnese als Zeichen der Rivalität. Doch der Brunnen wurde eingeweiht, bevor die Fassade fertiggestellt war.

Was auf dem Platz zu sehen ist

ElementHinweise
VierströmebrunnenPlatzmitte, Bernini 1651
MohrenbrunnenSüdliches Ende, Mohr kämpft mit einem Delfin
NeptunbrunnenNördliches Ende, Neptun umgeben von Meerestieren
Sant'Agnese in AgoneBorrominins konkave Fassade, freier Eintritt
Palazzo PamphiljNeben der Kirche, heute brasilianische Botschaft
Domitiansstadion (darunter)Besichtigbare Ruinen mit Ticket (~5 €)

Wann man hingehen sollte

Der Platz ist rund um die Uhr geöffnet. Das Erlebnis ändert sich je nach Tageszeit erheblich:

  • Früh morgens (7:00–9:00) — nahezu menschenleer, streifendes Licht lässt die Brunnen erstrahlen
  • Tagsüber — von Touristen belebt, Cafés und Restaurants beleben die Arkaden
  • Abends — stimmungsvoll mit den beleuchteten Brunnen
  • Nachts — der Platz bleibt bis spät belebt

Antikmärkte an Sonntagen und Sommerwochenenden meiden, wenn der Platz am stärksten frequentiert ist. Der Weihnachtsmarkt (Dezember) ist eine römische Tradition, obwohl er in den letzten Jahren sehr kommerziell geworden ist.

Praktische Informationen

PostenDetail
ZugangKostenlos (öffentlicher Platz)
ÖffnungszeitenImmer geöffnet
Kirche Sant'AgneseKostenlos, variable Zeiten (ca. 9:00–19:00)
Domitiansstadion~5 €, geführte Besichtigung mit Buchung
ZTL-ZoneJa — kein Zugang mit dem Auto
ParkenParkhäuser in der Gegend am Lungotevere

Anreise

  • Zu Fuß vom Pantheon: 5 Minuten
  • Zu Fuß von Campo de' Fiori: 10 Minuten
  • Bus 40, 46, 62, 64, 70 — Haltestelle Corso del Rinascimento
  • Mit Privatfahrer: die Zone ist ZTL, Abfahrt aber in angrenzenden Straßen mit kurzem Fußweg

Mit einem Privatfahrer

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Häufig gestellte Fragen

Sah die Piazza Navona schon immer so aus? Nein. Jahrhundertelang wurde sie als Markt, als Arena für Turniere und an Sommersonntagen als Wasserbecken genutzt (für die Volksbelustigung geflutet). Die heutige Gestaltung mit drei Brunnen stammt aus dem 17. Jahrhundert.

Darf man in die Brunnen steigen oder sie berühren? Nein. Die Brunnen sind geschützt. Zuwiderhandlungen können mit Bußgeldern bestraft werden.

Lohnt sich der Weihnachtsmarkt? Das hängt von den Erwartungen ab. Es ist eine römische Tradition, aber sehr kommerziell. Wer authentisches Kunsthandwerk sucht, könnte enttäuscht werden. Der Platz selbst ist jedoch im Dezember wunderschön.

Artikel Nr. 141 — TIER S — MON-08 Piazza Navona Typ: PRAKTISCH Wörter: ~700

Siehe auch