Die Entstehung: ein Auftrag Alexanders VII.

Im Jahr 1656 beauftragte Papst Alexander VII. Gian Lorenzo Bernini mit der Planung eines Platzes, der der größten Basilika der Christenheit würdig sein sollte. Die Aufgabe war ebenso symbolisch wie städtebaulich: Wie empfängt man die ganze Welt in einem einzigen Raum?

Bernini entwarf eine geniale Lösung — keine geschlossene Umfriedung, sondern eine doppelte elliptische Umarmung: zwei Kolonnadenarme, die sich wie ausgestreckte Arme der Stadt öffnen. Er beschrieb das Projekt selbst als „die offenen Arme der Katholischen Kirche, die die Gläubigen umarmt, um sie im Glauben zu stärken, die Häretiker, um sie ihm zurückzugeben, und die Ungläubigen, um ihnen das wahre Licht zu bringen".

Die Bauarbeiten liefen von April 1656 bis 1667. Die beiden Kolonnadearme umfassen 284 Säulen und 88 Pfeiler aus Travertin, in vier Reihen angeordnet und von 140 Heiligenstatuen mit je 3,2 m Höhe bekrönt.

Die zwei Brennpunkte der Ellipse

Die Ellipse der Kolonnade besitzt zwei geometrische Brennpunkte, die im Pflaster des Platzes durch zwei kreisrunde Steinplatten markiert sind. Von jedem dieser Punkte aus entsteht ein verblüffender optischer Effekt: Die vier Säulenreihen — rund 17 m tief — überlagern sich visuell und erscheinen als eine einzige Reihe. Es ist eine der großen optischen Illusionen der Barockarchitektur.

Um die richtige Platte zu finden, gehen Sie auf den linken Brunnen zu (mit Blick auf die Basilika), bis an den Rand der Kolonnade: der Kreis ist im Boden markiert.

Der Obelisk: 3.500 Jahre Geschichte

Im Zentrum des Platzes erhebt sich ein ägyptischer Obelisk von 25,5 m Höhe (41 m mit Sockel). Er trägt keine Hieroglyphen, da er nicht für einen Pharao gemeißelt, sondern als rein dekoratives Monument in Heliopolis im 13. Jh. v. Chr. errichtet wurde.

Kaiser Caligula ließ ihn im Jahr 37 n. Chr. nach Rom bringen, um seinen Privatzirkus auf dem Vatikanhügel zu schmücken — eben jenen Zirkus, in dem der Überlieferung nach Petrus den Märtyrertod erlitt. Der Obelisk stand dort über 1.500 Jahre, als einziges antikes römisches Monument, das im Mittelalter nie umgeworfen wurde.

Im Jahr 1586 beauftragte Papst Sixtus V. seinen Architekten Domenico Fontana mit der Umsetzung des Obelisken an seinen heutigen Standort. Das Vorhaben dauerte 13 Monate, erforderte 900 Männer, 75 Pferde und 40 Winden. Es war eines der meistbeobachteten Ingenieurprojekte der römischen Renaissance.

Die zwei Brunnen

Zwei symmetrische Brunnen flankieren den Obelisken:

  • Derjenige rechts (mit Blick auf die Basilika), von Carlo Maderno im Jahr 1613 entworfen, war bereits vor Berninis Neugestaltung des Platzes vorhanden
  • Derjenige links wurde von Carlo Fontana im Jahr 1677 zur Herstellung der Symmetrie errichtet

Beide werden vom Aquädukt Acqua Paola vom Janikulum aus gespeist.

Die Abmessungen

Der Petersplatz zählt zu den größten Plätzen der Welt:

Maximale Breite~340 m
Tiefe~240 m
Geschätzte Kapazität300.000+ Personen (außerordentliche Ereignisse)
Statuen auf der Kolonnade140
Obeliskhöhe (mit Sockel)~41 m

Das Angelus und päpstliche Audienzen

Jeden Sonntag um 12 Uhr erscheint der Papst am Fenster des Apostolischen Palastes (das Gebäude rechts, mit Blick auf die Basilika, im Obergeschoss) zum gemeinsamen Angelusgebet mit den Gläubigen auf dem Platz. Der Moment dauert etwa 20 Minuten.

Generalaudienzen finden mittwochmorgens statt — abwechselnd in der Aula Paul VI. (Innenraum, 6.500 Plätze) oder auf dem Platz, wenn die Teilnehmerzahl groß ist. Eintrittskarten für Audienzen werden über die Präfektur des Päpstlichen Hauses beantragt.

Zugang und Sicherheit

Der Petersplatz ist 24 Stunden täglich, 7 Tage die Woche geöffnet — ohne Ticket oder Sicherheitskontrolle. Der Eintritt in die Basilika selbst erfordert einen Metalldetektor-Durchgang. Antiterrorismus-Barrieren wurden 2017 rund um den Platz aufgestellt.

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Häufig gestellte Fragen

Ist der Platz kostenlos zugänglich? Ja, der Zugang zum Platz ist jederzeit völlig kostenlos. Eine Eintrittskarte ist nur für den Besuch der Basilika und die kostenpflichtigen Zusatzangebote (Kuppel usw.) erforderlich.

Wo sieht man den Papst? Jeden Sonntag um 12 Uhr am Fenster des Apostolischen Palastes im Obergeschoss (oben rechts mit Blick auf die Kolonnade). Für Mittwochsaudienzen ist eine Einladung erforderlich.

Hat der Obelisk Hieroglyphen? Nein. Er wurde ohne Inschriften als rein dekoratives Monument gefertigt — einer der wenigen unbeschrifteten ägyptischen Obelisken in Rom.

Artikel Nr. 125 — TIER S — MON-07 Petersdom Typ: HISTORISCH Wörter: ~800

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