Zwei Welten unter dem Boden

Unter der Petersbasilika liegen zwei übereinander gelagerte Schichten der Geschichte, die auf unterschiedliche Weise zugänglich sind:

  1. Die Vatikanischen Grotten — die Krypta unmittelbar unter dem Kirchenschiff, mit den Gräbern von Dutzenden von Päpsten. Kostenloser Zugang von innen aus der Basilika.
  2. Die Vatikanische Nekropole — der heidnisch-frühchristliche Friedhof des 1.–4. Jh. n. Chr., auf einer noch tieferen Ebene, mit dem Petruss zugeschriebenen Grabmonument. Zugang nur mit vorgebuchter Führung.

Das Petrusgrab: die archäologischen Belege

Der Begräbnisort des Petrus wurde durch die von Pius XII. zwischen 1939 und 1950 angeordneten Ausgrabungen identifiziert. Unter dem Hochaltar — unter Berninis Baldachin, unter Michelangelos Kuppel — wurde eine kleine Grabädikula aus der Zeit um 160–180 n. Chr. aufgefunden, bekannt als das „Tropaion des Gaius", erwähnt in einem kirchlichen Text des 2. Jahrhunderts, der das Petrusgrab auf dem Vatikanhügel bereits bezeichnete.

In einer Nische der sogenannten Roten Wand neben dem Monument fanden sich menschliche Knochen, in purpurnes Tuch mit Goldfäden eingewickelt. Im Jahr 1968 erklärte Papst Paul VI., diese Knochen seien „wahrscheinlich" die Überreste des Apostels Petrus. Die Frage bleibt wissenschaftlich offen — die Zuschreibung ist nicht zweifelsfrei bewiesen —, doch die devotionale Kontinuität des Ortes seit dem 2. Jahrhundert ist unbestreitbar.

Die Vatikanischen Grotten

Die Vatikanischen Grotten nehmen den Raum zwischen dem Boden der heutigen Basilika (16.–17. Jh.) und dem der alten konstantinischen Basilika ein. Sie bewahren:

  • Papstgräber: Paul VI., Johannes Paul I. (nach nur 33 Tagen als Papst gestorben, 1978) und viele andere Päpste des 20. Jahrhunderts
  • Reste der konstantinischen Basilika: Mosaikfragmente, Säulenbasen, der alte Fußboden
  • Die Kapelle des heiligen Petrus im Zentrum, mit einem Altar direkt über dem Grabmonument des Apostels

Johannes Paul II. (†2005) wurde unmittelbar nach seinem Tod in den Grotten beigesetzt. Nach seiner Seligsprechung im Jahr 2011 wurden seine sterblichen Überreste in die Kapelle des heiligen Sebastian in der oberen Basilika überführt, wo sie heute verehrt werden.

Johannes XXIII. (†1963), 2000 seliggesprochen und 2014 heiliggesprochen, ruhte jahrzehntelang in den Grotten: Seine bemerkenswert gut erhaltenen Überreste werden heute unter Glas am Altar des heiligen Hieronymus im Hauptschiff ausgestellt.

Zugang zu den Grotten:

  • Von innen aus der Basilika, den Schildern zur Grotta folgend
  • Öffnungszeiten: ca. 9:00–17:30 Uhr, schließt vor der Basilika
  • Eintritt: kostenlos

Die Vatikanische Nekropole (Scavi-Tour)

Die Nekropole ist die ältere, tiefere Schicht: ein römischer Friedhof des 1.–4. Jh. n. Chr. mit heidnischen und frühchristlichen Mausoleen. Sie ist ausschließlich über die Scavi-Tour zugänglich — eines der exklusivsten Erlebnisse Roms.

BuchungPer E-Mail an das Grabungsbüro (scavi@fsp.va)
Dauer~1,5 Stunden
Kosten~13–15 € pro Person
Gruppengröße~12–15 Personen
Mindestalter~15 Jahre
SprachenMehrere verfügbar

Die Tour endet unmittelbar vor dem Tropaion des Gaius, unter dem Hochaltar. Dies ist einer der bewegendsten Momente, die Rom bieten kann: am Ursprung zweitausend Jahre christlicher Geschichte zu stehen.

Buchung: per E-Mail, oft Wochen oder Monate im Voraus (sehr hohe Nachfrage). Bevorzugte Sprache, Teilnehmerzahl und verfügbare Termine angeben.

Zeittafel: vom Grab zur Basilika

JahrEreignis
~64–68 n. Chr.Petrus im neronischen Zirkus gemärtert
~64–68 n. Chr.Bestattung am Rande des Zirkus
~160–180 n. Chr.Tropaion des Gaius über dem Grab errichtet
320–330 n. Chr.Konstantinische Basilika auf dem Ort erbaut
1506–1626Bau der heutigen Basilika
1939–1950Vatikanische Ausgrabungen: Grab identifiziert
1968Paul VI. erklärt die Knochen für „wahrscheinlich" die des Petrus
2013Franziskus stellt einige Knochen öffentlich aus

Mit Privatfahrer

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Häufig gestellte Fragen

Sind die Vatikanischen Grotten dasselbe wie die Nekropole? Nein. Die Vatikanischen Grotten (die Krypta) befinden sich auf der ersten Untergeschossebene und sind kostenlos zugänglich. Die Nekropole liegt tiefer und ist nur über die vorgebuchte Scavi-Tour zugänglich.

Wo ist Johannes Paul II. heute begraben? In der Kapelle des heiligen Sebastian in der oberen Basilika (rechtes Seitenschiff), nicht in den Grotten — dorthin wurden seine Überreste nach seiner Seligsprechung 2011 überführt.

Wie weit im Voraus muss die Scavi-Tour gebucht werden? Oft Wochen, manchmal Monate im Voraus, besonders in der Hochsaison. Schreiben Sie an scavi@fsp.va mit mehreren Alternativterminen.

Artikel Nr. 128 — TIER S — MON-07 Petersdom Typ: HISTORISCH Wörter: ~900

Siehe auch