Der Film: "La Dolce Vita" (1960)

Federico Fellini (1920–1993) drehte La Dolce Vita zwischen 1958 und 1959 in Rom. Der Film kam am 5. Februar 1960 heraus und gilt als eines der absoluten Meisterwerke des Weltkinos.

Handlung und Schauplatz: Marcello Rubini (Marcello Mastroianni) ist ein Gesellschaftsjournalist, der im Rom der späten 1950er und frühen 1960er Jahre lebt: die Via Veneto, Nächte in Clubs, internationale Prominente, Skandale, Medienspektakel. Der Film ist als eine Reihe von Episoden ohne lineare Handlung strukturiert und zeichnet ein Fresko der römischen Bourgeoisie im Wirtschaftswunderzeitalter.

Auszeichnung: Goldene Palme beim Filmfestival von Cannes 1960.

Die Szene am Trevi-Brunnen

Die Szene spielt in der dritten Episode des Films. Marcello begleitet den Hollywood-Star Sylvia (gespielt von Anita Ekberg, der schwedischen Schauspielerin) durch eine römische Nacht. Sylvia, faszinierend und konventionslos, schreitet durch die Straßen Roms in ihrem Abendkleid, findet ein Kätzchen, betritt den Trevi-Brunnen und badet darin.

Marcello folgt ihr. Die Szene gipfelt in einer ikonischen Unbeweglichkeit: Sylvia, mitten im Wasser, wendet ihr Gesicht Marcello zu; er betritt das Becken; das Wasser hört plötzlich auf zu fließen (es ist Morgendämmerung, die Pumpen schalten sich ab). Der Moment erstarrt.

Technische Produktionsdetails:

  • Gedreht nachts im Dezember 1958 oder Januar 1959 (Quellen variieren)
  • Das Wasser wurde erwärmt, damit Anita Ekberg stundenlang darin stehen konnte
  • Die Dreharbeiten erforderten mehrere Nächte
  • Der Platz wurde während der Dreharbeiten für die Öffentlichkeit gesperrt
  • Das Set wurde mit einem Wald aus Kunstlichtern ausgestattet

Anita Ekberg: "Marcello... come here"

Das Bild von Anita Ekberg (1931–2015) im Brunnen wurde zu einer der ikonischen Fotografien des 20. Jahrhunderts. Die Schwedin, bereits Miss Sverige 1950, hatte vor dieser Szene in Hollywood gearbeitet.

Der Satz "Marcello... come here" ist einer der meistzitierten Momente der Filmgeschichte, obwohl im Film die genauen Worte spärlich sind: Es ist das Bild, das kommuniziert.

Anita Ekberg kehrte 2009 zum Trevi-Brunnen zurück, zum 50. Jahrestag des Films, und sagte, sie könne nicht mehr ins Wasser steigen — sie sei zu alt. Das Bild einer alten Frau vor dem Brunnen, in dem sie in ihrer Jugend posiert hatte, wurde selbst zu einem ikonischen Bild.

Der historische Kontext: Roms Wirtschaftswunderzeit

Die 1950er und 1960er Jahre erlebten eine Transformation Roms. Nach der Armut der Nachkriegsjahre brachte das italienische Wirtschaftswunder (1958–1963) rasch Wohlstand, Konsumismus, Fernsehen und das Automobil. Die Via Veneto war das Epizentrum des internationalen mondänen Lebens: Fellini selbst frequentierte jene Cafés.

Fellinis Film ist eine verhüllte Kritik dieser Transformation: Die Dolce Vita ist verführerisch, aber leer. Der Trevi-Brunnen in Sylvias Szene stellt die alte Schönheit dar, die von der Moderne entheiligt wird — oder vielleicht durch sie befreit.

Die kulturelle Wirkung

Vor La Dolce Vita war der Trevi-Brunnen bereits bekannt, aber er war ein Barockmonument unter vielen in Rom. Der Film verwandelte ihn in ein universelles Symbol.

Paparazzi: Das Wort selbst stammt aus dem Film. Paparazzo ist der Name der Fotografenfigur im Film (gespielt von Walter Santesso); der Begriff wurde in Sprachen auf der ganzen Welt übernommen.

Einfluss auf den Tourismus: Nach 1960 stiegen die Besucherzahlen am Brunnen dramatisch an. Fellinis Szene schuf eine Ikonografie, die Millionen von Touristen dazu antreibt, Sylvias Geste (ideell) nachzuahmen.

Die Münztradition: Obwohl die Legende älter ist, hatte der amerikanische Film Drei Münzen im Brunnen (1954) bereits zu ihrer Verbreitung beigetragen. Aber es ist La Dolce Vita, das dem Trevi-Brunnen seine moderne mythische Dimension verleiht.

Fellini und Rom

Fellini stammte aus der Romagna (Rimini, 1920), lebte aber seit Ende der 1930er Jahre in Rom. Rom ist der rote Faden seines gesamten Werks: Roma (1972), Amarcord (1973, in Rimini angesiedelt, aber mit römischem Geist), (1963). Sein Rom ist immer nächtlich, barock, sinnlich, traumhaft.

Der Trevi-Brunnen ist für Fellini nicht nur ein Ort: Er ist das Rom der Träume, das Wasser, das im Herzen der Stadt fließt, die unsterbliche Schönheit, die die Moderne überlebt.

Das visuelle Erbe

Die Szene Ekberg-Mastroianni wurde unzählige Male in der Populärkultur neu interpretiert, parodiert und gewürdigt:

  • Werbung (Mode, Parfüm, Autos)
  • Musikvideos
  • Filme und TV-Serien, die die Szene zitieren
  • Fotos von Touristen, die versuchen, sie nachzustellen

Jedes Jahr fotografieren sich Tausende von Menschen vor dem Brunnen in dem Versuch, diese Szene hervorzurufen — auch ohne den Film je direkt gesehen zu haben.

Ein doppeltes Denkmal

Der Trevi-Brunnen existiert heute auf zwei überlagerten Ebenen:

  1. Das historische Denkmal: ein Meisterwerk des spätrömischen Barocks, 1762 nach Nicola Salvis Entwurf vollendet
  2. Die Popikone: der Schauplatz der Ekberg-Szene, das Symbol der Dolce Vita, der Wunschbrunnen

Die beiden Ebenen sind untrennbar. Jeder Tourist, der ankommt, sieht beide, oft ohne sie zu unterscheiden.

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Der Brunnen liegt in einer ZTL-Zone.

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Häufig gestellte Fragen

Wann wurde die Szene von Anita Ekberg am Trevi-Brunnen gedreht? In Nächten im Dezember 1958 oder Januar 1959 (Quellen variieren leicht).

Befindet sich die Brunnenszene in Fellinis "La Dolce Vita"? Ja. Die Szene ist in der dritten Episode des Films mit Anita Ekberg (Sylvia) und Marcello Mastroianni (Marcello).

Wurde das Wasser für die Dreharbeiten erwärmt? Ja. Das Wasser im Becken wurde erwärmt, damit Anita Ekberg während der vielen Stunden der Nachtdrehs darin stehen konnte.

Artikel Nr. 91 — TIER S — MON-05 Trevi-Brunnen Typ: HISTORISCH Wörter: ~1.200

Siehe auch