Die Tradition: was man tut und was man sagt

Die gängigste Version der Tradition sieht vor:

  • Eine Münze: garantiert die Rückkehr nach Rom
  • Zwei Münzen: führt zu einer romantischen Begegnung mit einem Römer oder einer Römerin
  • Drei Münzen: führt zur Ehe (oder in manchen Versionen zur Scheidung vom aktuellen Partner)

Die Geste verlangt, die Münze mit der rechten Hand über die linke Schulter zu werfen, mit dem Rücken zum Brunnen. Dies ist die von der modernen Volksüberlieferung festgeschriebene Version.

Die Ursprünge: ein Film von 1954

Die Münzen-im-Brunnen-Tradition in ihrer heutigen Form ist verhältnismäßig jung. Der dokumentierte Ursprung ist der amerikanische Film "Three Coins in the Fountain" (1954), Regie: Jean Negulesco.

Der Film erzählt die Liebesgeschichten dreier Amerikanerinnen in Rom. Die Eröffnungsszene — und das wiederkehrende Motiv — ist das Werfen von Münzen in den Trevi-Brunnen als Wunscherfüllungsgeste. Das Titellied (Three Coins in the Fountain, in der bekanntesten Version von Frank Sinatra gesungen) gewann 1955 den Oscar für den Besten Originalsong.

Der Film war ein riesiger kommerzieller Erfolg. Nach seiner Veröffentlichung verbreitete sich das Münzenwerfen rasch unter Touristen aus aller Welt, die den Brunnen besuchten.

Die ältere Tradition: Trinken des Wassers der Aqua Virgo

Vor dem Film existierte ein anderer Brauch. Das Rückkehrritualafter nach Rom beinhaltete keine Münzen: Wer sicherstellen wollte, nach Rom zurückzukehren, musste das Wasser der Aqua Virgo direkt an der Quelle trinken.

Dieser Brauch ist älter und beruht auf der Vorstellung, dass Roms Wasser fast magische Eigenschaften besaß — die Aqua Virgo galt als das reinste Wasser der Stadt. Wer es trank, stellte eine körperliche Verbindung zu Rom her.

Die Münzenversion hat diese Praxis abgelöst — filmisch eingängiger und von Touristen leichter nachahmbar.

Wie viele Münzen geworfen werden

Die Sammeldaten sind öffentlich und werden regelmäßig bekannt gegeben:

  • Täglicher Durchschnitt: etwa 3.000 Münzen
  • Jahresertrag: zwischen 1,4 und 1,5 Millionen Euro (in den letzten Jahren)
  • Währungen: hauptsächlich Euro, aber auch Münzen aus vielen anderen Ländern

Der Jahresrekord wurde in den Jahren mit dem stärksten Tourismusaufkommen vor 2020 verzeichnet.

Wer die Münzen sammelt und wohin sie fließen

Die Münzen werden jede Nacht gegen Mitternacht von Mitarbeitern der Caritas Roma eingesammelt. Die Sammlung erfolgt mit Spezialgeräten.

Bis 2007 gingen die Einnahmen an die Stadt Rom. Ab 2007, durch eine Vereinbarung mit der Gemeinde, geht der gesamte Betrag an die Diözesane Caritas Roma, die ihn für Programme zur Unterstützung von Obdachlosen und Bedürftigen der Stadt einsetzt.

Im Jahr 2016 versuchte die Stadt Rom, die Einnahmen zur Deckung finanzieller Engpässe an den Stadthaushalt umzuleiten. Der Vorschlag stieß auf starken öffentlichen und medialen Widerstand, und die Zweckbindung zugunsten der Caritas wurde beibehalten.

Die genaue Geste

Die Version „rechte Hand über die linke Schulter", mit dem Rücken zum Brunnen, ist die von der modernen Populärkultur festgeschriebene, teils durch Filme und Reiseführer nach 1954.

Lokale Varianten der Tradition sehen leicht abweichende Versionen vor:

  • Einige Quellen geben nur an, die Münze ins Becken zu werfen
  • Die Spezifizierung linke Schulter/rechte Hand taucht vor allem in anglophonen Quellen auf

In jedem Fall dokumentiert keine antike historische Quelle diese Tradition: Sie ist eine moderne Kulturerfindung des 20. Jahrhunderts.

Das Verbot des Münzensammelns

Es ist verboten, Münzen aus dem Becken zu nehmen. Dies gilt als Diebstahl von für wohltätige Zwecke bestimmten Mitteln. Im Laufe der Jahre wurden mehrere Personen von der Polizei gestoppt, die versuchten, Münzen aus dem Becken zu sammeln.

Im Jahr 2002 wurde ein Römer namens Roberto Cercelletta (Spitzname „d'Artagnan") mehrfach dabei erwischt, wie er regelmäßig Münzen aus dem Brunnen entnahm. Der Vorfall fand ein gewisses Medienecho.

Die Münzen während der Fendi-Restaurierung (2015–2016)

Während der Restaurierung des Brunnens (2015–2016, von Fendi mit 2,18 Millionen Euro gesponsert) wurde der Brunnen geleert. Vor dem Leeren wurden die im Becken befindlichen Münzen gesammelt und der Caritas gespendet. Der geschätzte Betrag lag bei mehreren hunderttausend Euro.

Während der Restaurierungsphase wurde das Becken vorübergehend mit diesen Münzen selbst aufgefüllt — eine szenografische Entscheidung, die erhebliche Aufmerksamkeit auf sich zog.

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Der Brunnen liegt in einer ZTL-Zone — kein Privatfahrzeugzugang.

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Häufig gestellte Fragen

Wie viele Münzen werden täglich in den Trevi-Brunnen geworfen? Im Durchschnitt etwa 3.000. Der Jahresbetrag überschreitet 1,4 Millionen Euro.

Wohin geht das Münzgeld? Seit 2007 gehen alle Einnahmen an die Caritas Roma, die sie für die Unterstützung von Obdachlosen und Bedürftigen verwendet.

Ist die Münztradition alt? Nein. Die Tradition in ihrer heutigen Form (Münze mit der rechten Hand über die linke Schulter) leitet sich hauptsächlich vom amerikanischen Film von 1954 „Three Coins in the Fountain" ab.

Ist das Einsammeln von Münzen aus dem Becken verboten? Ja. Die Münzen sind für wohltätige Zwecke bestimmt. Sie einzusammeln gilt als Diebstahl.

Kann man das Brunnenwasser noch trinken? Technisch ist die Aqua Virgo trinkbar, aber die Gesundheitsbehörden raten aus hygienischen Gründen vom Trinken aus Außenbecken ab.

Artikel Nr. 83 — TIER S — MON-05 Trevi-Brunnen Typ: PRAKTISCH Wörter: ~1.000

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