Vor dem Betreten: der Pronaos
Noch bevor man die Rotunde betritt, verdient der Pronaos Aufmerksamkeit. Es ist das Säulenportikus, das dem Haupteingang vorausgeht.
Die Pronaos-Säulen: Acht monolithische Säulen aus ägyptischem Granit bilden die Fassade. Sie sind 12,5 Meter hoch und haben am Fuß einen Durchmesser von 1,48 Metern. Der Granit ist von zwei Sorten: grau (Assuan) und rosa (Assuan). Diese Säulen wurden aus Ägypten in den Hafen von Ostia transportiert und den Tiber hinaufgeschifft — eine titanische logistische Leistung in der Antike.
Die Inschrift: Am Architrav des Pronaos ist die berühmte Inschrift M·AGRIPPA·L·F·COS·TERTIUM·FECIT («Marcus Agrippa, Sohn des Lucius, dreimaliger Konsul, erbaute [dies]») zu sehen. Es ist die Inschrift von Agrippas ursprünglichem Pantheon (27–25 v. Chr.), die Hadrian beim Wiederaufbau im 2. Jahrhundert als Ehrerbietung an seinen Vorgänger beibehielt.
Die Bronzetüren: Die Eingangstüren sind Roms originale Bronzetüren — ein außergewöhnlicher Fall von Erhaltung. Sie sind 7 Meter hoch und 4 Meter breit. In späteren Epochen restauriert, stehen sie seit dem 2. Jahrhundert an ihrem ursprünglichen Platz.
Das Innere: allgemeine Orientierung
Beim Betreten der Rotunde findet man sich in einem kreisförmigen Raum mit einem Durchmesser von 43,3 Metern und einer gleich hohen Gewölbehöhe wieder. Die Struktur besteht aus:
- Der zylindrischen Wand (Tambour) mit acht großen Nischen, die mit Ädikülen abwechseln
- Dem Fußboden mit seiner Geometrie aus Kreisen und Quadraten
- Der Übergangszone zwischen Wand und Kuppel (Attikazone)
- Der Kuppel mit ihren 140 Kassetten (28 je Reihe × 5 Reihen)
- Dem Okulus, der offen zum Himmel ist
Der Fußboden
Der Fußboden des Pantheons ist eines der am meisten übersehenen und eines der schönsten Elemente. Seine Zusammensetzung stammt hauptsächlich aus der hadrianischen Epoche mit späteren Ergänzungen.
Das geometrische Muster wechselt Kreise und Quadrate in polychromen Marmorsorten ab:
- Giallo antico (aus Tunesien): Töne von Ockergeld bis Orange-Rot
- Pavonazzetto (aus der Türkei): Weiß mit violetten Adern
- Roter Porphyr (aus Ägypten): tiefes Rot, kaiserliches Material
- Grauer Granit (aus Ägypten)
Die Kreise entsprechen den Nischen und Türen darüber; die Quadrate füllen die Zwischenräume. Die gesamte Komposition spiegelt von unten die Geometrie der Kuppel wider. Der Boden ist leicht konvex in der Mitte: Er fällt um etwa 30 cm zu den Wänden hin ab, um den Abfluss des Regenwassers zu erleichtern, das durch den Okulus eindringt.
Die Nischen und Ädikülen
Die Rotundenwand ist in acht Abschnitte gegliedert. Jeder Abschnitt wechselt zwischen einer großen Nische und zwei flankierenden Ädikülen ab, die durch Säulen getrennt sind.
Die Nischen beherbergen heute Altäre und Kapellen:
- Mittlere Nische im Fond (dem Eingang gegenüber): der Hauptaltar mit einer Madonna mit Kind aus dem 17. Jahrhundert
- Erste Nische links (beim Betreten): Kapelle der Heiligen Anna, mit einem Fresko aus dem 16. Jahrhundert
- Zweite Nische links: Kapelle der Verkündigung
- Dritte Nische links: Grab Raffaels (das wichtigste für Besucher)
- Kapelle rechts des Hauptaltars: Grabmäler von Umberto I. und Königin Margarethe
- Kapelle links des Hauptaltars: Grabmal von Viktor Emanuel II.
Raffaels Grab
Die dritte Nische links, vom Eingang ausgehend gezählt, beherbergt das bedeutendste Grab des Pantheons: das des Raffael Sanzio (1483–1520).
Zu beobachtende Elemente:
- Der antike Marmorsarkophag, datiert auf das 2.–3. Jahrhundert n. Chr. (er gehörte ursprünglich nicht Raffael; er wurde nach seinem Tod gewählt)
- Die Inschrift von Pietro Bembo am Bogen: «ILLE HIC EST RAPHAEL...» (siehe Artikel Nr. 64)
- Die Statue der Madonna del Sasso von Lorenzetto (1524), auf dem Altar links der Nische
- Die Tafel mit den Daten (1483–1520), die unter der Nische angebracht ist
Das Grab befindet sich an der linken Wand: dritte Nische von links beim Betreten.
Die königlichen Grabmäler
Die Grabmäler der italienischen Könige befinden sich in den beiden Kapellen zu beiden Seiten des Hauptaltars, in der Wand gegenüber dem Eingang.
Linke Kapelle (beim Vorgehen in Richtung Rückwand): Viktor Emanuel II. (gestorben 1878). Sarkophag aus rotem Porphyr. Inschrift und Königskrone in vergoldeter Bronze.
Rechte Kapelle (beim Vorgehen in Richtung Rückwand): Umberto I. (ermordet 1900) und Königin Margarethe (gestorben 1926). Beide Sarkophage stehen nebeneinander. Umbertos I. Sarkophag ist ebenfalls aus rotem Porphyr; Margarethes Sarkophag ist aus weißem Marmor.
Die Kuppel und der Okulus
Beim Blick nach oben dominiert die Kuppel die visuelle Erfahrung.
Die Kassetten: 140 vertiefte Felder (28 in jeder der 5 Reihen) verkleinern sich progressiv in Richtung Okulus und erzeugen einen optischen Tiefeneffekt. Sie waren ursprünglich wahrscheinlich vergoldet oder bemalt; jegliche mittelalterliche und Renaissance-Dekoration ist verloren gegangen. Heute erscheinen sie in grauem Mauerwerk.
Der Okulus: der offene Kreis von 8,9 Metern Durchmesser am Gewölbeapex. Er wurde nie verglast. Aufgrund des Sonnenwinkels bewegt sich der Lichtkreis im Laufe des Tages über Boden und Wände. An Regentagen bildet sich eine kleine Pfütze unter dem Okulus: Der Boden verfügt über ein Entwässerungssystem mit 22 kaum sichtbaren Löchern.
Am 21. April (traditionelles Gründungsdatum Roms): Zur Sonnenwende-Mittagsstunde richtet sich der Lichtstrahl genau auf den Eingang des Pantheons aus und beleuchtet den Pronaos.
Die Attikazone
Zwischen der Rotundenwand und der Kuppelbasis erstreckt sich eine Zwischenzone, die als Attika bezeichnet wird. Diese Zone ist visuell interessant, wird aber oft übersehen.
Die Attika zeigt Marmorplatten, die mit gemalten Schein-fenstern abwechseln. Diese Scheinfenster sind das Ergebnis einer Restaurierung aus dem 18. Jahrhundert, die das ursprüngliche Erscheinungsbild veränderte; Kunsthistoriker debattieren noch immer darüber, wie diese Zone in hadrianischer Zeit ausgesehen hat.
Besuchstipps
Wo man für das beste Licht stehen sollte: in der Mitte der Rotunde, nach oben schauend, zu den mittleren Tagesstunden.
Was zu fotografieren ist:
- Das Bodendetail (Kreise und Quadrate aus polychromem Marmor)
- Der Okulus von unten
- Die originalen Bronzetüren von innen gesehen
- Die Inschrift an Raffaels Grab
- Die Sarkophage der königlichen Grabmäler
Empfohlene Besichtigungsreihenfolge:
- Beim Pronaos innehalten (Säulen, Inschrift, Türen)
- Eintreten und die Gesamtgeometrie des Raums beobachten
- Die linke Wand entlanggehen: Kapellen, Raffaels Grab
- Zur Rückwand weitergehen: Hauptaltar, königliche Grabmäler
- In der Mitte stehend zur Kuppel und zum Okulus aufschauen
- Den Boden in seiner vollständigen geometrischen Komposition betrachten
Das Pantheon mit einem Privatfahrer besuchen
Das Pantheon liegt vollständig in der verkehrsbeschränkten Zone des historischen Stadtzentrums von Rom. Eine Anfahrt mit dem Privatwagen zur Piazza della Rotonda ist nicht möglich.
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Häufig gestellte Fragen
Wie lange braucht man, um alles zu sehen? Ein vollständiger, aufmerksamer Besuch dauert 30–45 Minuten. Für diejenigen, die nur die Hauptattraktionen sehen wollen (Okulus, Raffael, Kuppel), reichen 20 Minuten.
Wo befindet sich Raffaels Grab? An der linken Wand der Rotunde, in der dritten Nische vom Eingang aus gezählt.
Sind im Inneren Führungen verfügbar? Ja. Akkreditierte Reiseleiter dürfen Gruppen im Inneren begleiten. Es gibt auch organisierte Touren, die von außen starten und einen Führer im Inneren einschließen.
Kann ich die königlichen Grabmäler aus der Nähe sehen? Die Grabmäler sind durch die Kapellengitter sichtbar. Ein Betreten der Kapellen ist nicht gestattet.
Kann ich an der Messe teilnehmen? Ja. Die Sonntagsmesse findet um 17:00 Uhr statt. Sie ist für alle katholischen Gläubigen offen und der Eintritt während des Gottesdienstes ist kostenlos.
Artikel Nr. 67 — TIER S — MON-04 Pantheon Typ: PRAKTISCH Wörter: ~1.600