Der Name: Trevi und das Trivium

Der Name „Trevi" leitet sich vom lateinischen trivium ab — dem Treffpunkt dreier Straßen. Der Brunnen befand sich historisch an der Kreuzung von drei Wegen, die ins Zentrum Roms führten. Eine alternative Erklärung verbindet den Namen mit dem mittelalterlichen römischen Dialektausdruck für „drei Wege".

Das Viertel übernahm seinen Namen vom Brunnen, oder umgekehrt — jedenfalls ist das Gebiet seit dem Mittelalter als „Trevi" bekannt.

Die Aqua Virgo: das antike Fundament (19 v. Chr.)

Bevor es einen monumentalen Brunnen gab, gab es den Aquädukt.

Im Jahr 19 v. Chr. ließ Marcus Vipsanius Agrippa — General und Schwiegersohn des Augustus — einen neuen Aquädukt anlegen, um seine Thermen im Marsfeld zu versorgen. Der Aquädukt wurde Aqua Virgo genannt, wegen einer Legende: Eine junge Jungfrau soll römischen Soldaten die Quelle des Wassers auf dem Land östlich von Rom gezeigt haben.

Die Aqua Virgo ist der einzige original römische Aquädukt, der in Rom noch in Betrieb ist. Er verläuft fast vollständig unterirdisch (im Unterschied zu den Bogenaquädukten), tritt im Bereich der Villa Borghese in die Stadt ein und endet im Rione Trevi. Seine Mostra — das monumentale Terminal, an dem der Aquädukt mündete — war ein schlichteres Bauwerk als der heutige Brunnen. Doch alles Folgende leitete sich von diesem Terminal ab.

Das Mittelalter und die frühe Renaissance

Nach dem Untergang des Römischen Reiches geriet der Aquädukt für mehrere Jahrhunderte in Vergessenheit, wie fast alle römischen Wasseranlagen. Er wurde im 15. Jahrhundert unter Papst Nikolaus V. wiederhergestellt.

Für die Instandsetzung der Aqua Virgo beauftragte Nikolaus V. Leon Battista Alberti — einen der bedeutendsten Architekturtheoretiker der Renaissance — mit dem Bau eines neuen Terminalbrunnes. Albertis Brunnen (1453) war ein schlichtes Bauwerk ohne die spektakulären Ausmaße des achtzehnten Jahrhunderts. Er diente in erster Linie als öffentlicher Trog.

Das 18. Jahrhundert: Clemens XII. und der Wettbewerb von 1730

Im Jahr 1730 beschloss Papst Clemens XII. (bürgerlicher Name Lorenzo Corsini), den schlichten Renaissancebrunnen durch ein des Römischen Historischen Zentrums würdiges Monument zu ersetzen. Er schrieb einen Entwurfswettbewerb aus.

Der Wettbewerb: Mehrere bedeutende Architekten nahmen teil. Der Überlieferung zufolge (nicht immer durch Quellen belegt) gehörte auch der berühmte Architekt Alessandro Galilei zu den Finalisten, wurde aber als Florentiner ausgeschlossen, um lokale Kontroversen zu vermeiden.

Der Sieger: Nicola Salvi (1697–1751), römischer Architekt. Sein Entwurf wurde 1732 ausgewählt.

Nicola Salvi und der Bau (1732–1762)

Nicola Salvi begann die Arbeiten 1732. Das Vorhaben war ehrgeizig: nicht nur ein Brunnen, sondern eine monumentale Szenografie, die mit dem dahinterliegenden Palazzo Poli verschmolz (ein Gebäude aus dem siebzehnten Jahrhundert, das der Familie Poli gehörte) und die Palastfassade als theatralischen Hintergrund nutzte.

Das Triumphal-System

Salvis Leitidee war ein Triumphbogen — nicht freistehend, sondern in die Architektur des Palastes integriert. Im Zentrum des Bogens thront die dominierende Figur des Neptun (oder Ozean) auf einer Muschel-Kutsche, gezogen von zwei Seepferden.

Die beiden Tritonen zu Neptuns Seiten lenken jeweils ein Pferd: eines ist ruhig (ruhige See), das andere ungebärdig (stürmische See). Es ist eine narrative Zweiheit im Marmor.

Der künstliche Fels

Das eindrücklichste szenografische Element ist die künstliche Klippe — eine Masse aus Travertin und Tuff, die als naturalistischer Sockel für Neptun dient. Es ist kein echter Fels: Es ist eine architektonische Konstruktion, die die Natur nachahmt.

Unter dem Fels tritt das Wasser aus künstlichen Höhlen und Kaskaden hervor und erweckt den Eindruck, der Brunnen entspränge direkt dem Stein.

Die posthume Vollendung

Nicola Salvi starb 1751, bevor er das Werk vollendete. Die Bauarbeiten wurden vom Architekten Giuseppe Pannini (Sohn des Malers Giovanni Paolo Pannini) zu Ende geführt, und der Brunnen wurde am 22. Mai 1762 von Papst Clemens XIII. eingeweiht.

Die Skulpturen: Ikonografie und Urheber

Die Skulpturen des Brunnens stammen nicht alle von Salvi:

  • Neptun/Ozean (Mittelgruppe): Pietro Bracci (1762) zugeschrieben. Das Werk mit der größten Bildwirkung.
  • Abundantia und Salubritas (seitliche Nischen): von Filippo della Valle (1762).
  • Reliefs über den Nischen: Agrippa bei der Genehmigung der Aquäduktpläne (links) und die Jungfrau, die den Soldaten die Quelle zeigt (rechts) — zwei Szenen, die die Geschichte der Aqua Virgo erzählen.

Die Restaurierungen

Im Laufe der Jahrhunderte hat der Brunnen mehrere Restaurierungen erfahren:

  • Kleinere Restaurierungen im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert
  • Die jüngste und bedeutendste Restaurierung: 2015–2016, finanziert von Fendi mit 2,18 Millionen Euro. Der Brunnen wurde entleert, gereinigt, konsolidiert und neu beleuchtet. Während der Arbeiten wurde das Becken mit den bei früheren Reinigungen gefundenen Münzen gefüllt — ein Spektakel für sich.

Abmessungen und Rekorde

Der Trevi-Brunnen ist der größte Barockbrunnen Roms:

  • Breite: 49,15 Meter
  • Höhe: 26,3 Meter
  • Wasser: etwa 80.000 Kubikmeter pro Tag

Er wird noch immer von der Aqua Virgo gespeist — Agrippas Aquädukt von 19 v. Chr. Die Kontinuität zwischen Antike und Gegenwart ist physisch, nicht metaphorisch: Das Wasser, das heute in das Becken fällt, durchfließt denselben Aquädukt seit 2.000 Jahren.

Den Trevi-Brunnen mit einem Privatfahrer besuchen

Der Trevi-Brunnen liegt vollständig in der verkehrsbeschränkten Zone des historischen Stadtzentrums von Rom. Privatfahrzeuge können sich ihm nicht nähern.

Besuchen Sie den Trevi-Brunnen mit einem Privatfahrer: direkte, komfortable Ankunft ohne Verkehrs- und Parksorgen. Service ab €49. → Buchen Sie Ihren Fahrer auf myromedriver.com

Häufig gestellte Fragen

Wer hat den Trevi-Brunnen entworfen? Nicola Salvi, ein römischer Architekt, gewann den Wettbewerb 1732 und begann mit dem Bau. Er starb 1751, bevor das Werk vollendet war; der Brunnen wurde von Giuseppe Pannini fertiggestellt und 1762 eingeweiht.

Warum heißt er „Trevi"? Vom lateinischen trivium — dem Treffpunkt dreier Straßen. Der Brunnen befand sich historisch an der Kreuzung dreier Wege.

Welches ist die Wasserquelle des Trevi-Brunnens? Der Aquädukt Aqua Virgo, erbaut von Agrippa 19 v. Chr. Er ist noch in Betrieb und versorgt den Trevi-Brunnen bis heute.

Wann wurde der heutige Trevi-Brunnen eingeweiht? Am 22. Mai 1762 durch Papst Clemens XIII. Die Arbeiten hatten 1732 begonnen.

Wer ist die zentrale Figur des Brunnens? Neptun (manchmal als Ozean identifiziert), gemeißelt von Pietro Bracci im Jahr 1762.

Artikel Nr. 81 — TIER S — MON-05 Trevi-Brunnen Typ: HISTORISCH Wörter: ~1.200

Siehe auch